Das Hachberg-Mosaik

…erscheint in loser Folge kostenlos für die Mitglieder der Hachberg-Bibliothek und dient ausschließlich zu deren persönlichen Nutzung.

Weitere Verwertung der Texte/Fotos/Zeichnungen durch andere darf nur erfolgen, wenn beim Rechteinhaber (siehe Verfasser- und Quellenangabe) die Genehmigung eingeholt und die Mosaik-Redaktion darüber informiert wurde.

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 01 – März 2010

  • Vorstellung

    Die Schriftenreihe Hachberg-Mosaik stellt sich vor

    Was ist das Hachberg-Mosaik:
    Eine Loseblatt-Reihe mit Veröffentlichungen der
    Hachberg-Bibliothek, Emmendingen (HBE).
    Für wen ist die Reihe bestimmt:
    Für interessierte Mitglieder des „Breisgau-
    Geschichtsvereins Schau-ins-Land e.V.
    Freiburg/Br.“ (BGV), insbesondere solche der
    Sektion „Hachbergerland“. sowie für Freunde und
    Gönner der Hachberg-Bibliothek. Es erfolgt kein
    gewerblicher Verkauf.
    Wann erscheinen jeweils Ausgaben:
    In loser Folge, geplant sind mindestens vier
    Ausgaben pro Jahr.
    Welchen Umfang haben die einzelnen Ausgaben:
    Gedacht ist an 10 Blätter (also 20 Seiten) im
    DIN A 4-Format. Bei aktuellen Themen kann die
    Anzahl der Blätter variieren.
    Es stehen Sammelordner bereit, in welche die
    einzelnen Ausgaben eingeheftet werden können.
    Wie und wo erhält man die Schriften:
    Die Interessenten melden ihren Bezugswunsch in
    der Hachberg-Bibliothek an und werden dann im
    Verteiler erfasst. Die Auslieferung erfolgt per
    Boten, oder nach telefonischer Information durch
    Abholung in der Hachberg-Bibliothek oder im
    benachbarten Lederwarengeschäft Sulzberger.
    Postversand oder Übermittlung per E-Mail sollten
    die Ausnahme sein.
    Welche Kosten entstehen:
    Alle Autoren und „Heftemacher“ arbeiten
    ehrenamtlich, also ohne Honorar oder sonstiger
    Kostenansprüche. Deshalb erfolgt die Abgabe des
    „Hachberg-Mosaik“ zu Selbstkosten. Sollten
    Versandkosten entstehen, werden diese individuell
    nach Aufwand berechnet.
    Bezahlt wird „auf dem kleinen Dienstweg“ bei der
    nächsten Abendveranstaltung, dem nächsten
    Besuch in der HBE usw., nur in Ausnahmefällen
    (aus Kostengründen) per Überweisung.
    Welche Themenbereiche werden behandelt:
    „Historisches und Erbauliches aus dem alten
    Hachbergerland und seiner umliegenden Gebiete“
    Beispiele: Historische bzw. geschichtliche Artikel
    zur Regionalkunde sowie Heraldik, Abhandlungen
    über Personen, alte Firmen bzw Handel, Handwerk
    und Gewerbe aus unserem Gebiet;
    Gedichte, Aufsätze, (kurze) Novellen, Sketche,
    Sagen, Geschichten, Namenskundliches,
    Alemannisches, sowie Erd-und Naturkundliches,
    usw. mit regionalem Bezug.
    Woher kommen die einzelnen Beiträge:
    – Viele Berichte werden von Mitgliedern des
    Breisgau-Geschichtsvereins Schau-ins-Land e.V.
    verfasst. (Personen aus dem bisherigen Arbeitskreis
    für Heimatkunde, jetzt „Sektion Hachbergerland“
    im BGV).
    – Ein reicher Fundus für Mosaik-Beiträge zu allen
    Bereichen ist natürlich unsere „Hachberg-
    Bibliothek“. Hauptarbeit ist hier die Suche nach
    interessanten Themen bzw. Artikeln und -wenn
    erforderlich- deren Überarbeitung.
    – Eine weitere Quelle für interessante Beiträge sind
    Interviews von Zeitzeugen, bzw. noch vorhandene
    Tonträger, die schon vor vielen Jahren
    aufgenommen wurden.
    – Natürlich übernehmen wir auch gerne geeignete
    Artikel von „Jedermann“ in das Mosaik.
    Auch für konstruktive Kritik bzw. für
    Verbesserungsvorschläge sind wir jederzeit
    dankbar.

    Emmendingen, März 2010
    Das Redaktions-Team

  • Hochburg

    Die Hochburg

    (Dichter unbekannt)

    Von allen Burgruinen
    in unserm Badnerland
    ist als der schönsten eine,
    die “Hochburg” wohl bekannt.
    Sie schaut noch stolz und mächtig
    Ins Tal des Rheins herab,
    Obwohl nicht mehr dort hauset
    Ein Ritter oder Knapp…

  • Einstand

    Zum Einstand

    Das „Hachberg-Mosaik“ will auf begrüßenswerte Weise dazu beitragen, dass die bunte Vielfalt der Vergangenheit unserer Stadt und Region im Bewusstsein sowohl der eingesessenen als auch der neuen Bürger erhalten bleibt.

    Einmal gilt es, die Erzählungen und Erlebnisse von Zeitgenossen festzuhalten und zu bearbeiten, als es noch gemächlich zuging, damals, als die Menschen nicht in dem globalen Ausmaß fremdbestimmt waren wie heute.

    Dann gibt es die historischen Blickwinkel aus den Quellen und Belegstellen, den Urkunden und Zitaten, z. B. aus den Zeitschriften, Zeitungs-Ausschnitten und den Büchern der Hachberg-Bibliothek oder von anderen Orten.

    Ebenso wichtig sind die Ergebnisse der eigenen Arbeit aus Feldbegehungen und Beobachtungen, aus eigener Forschung und Suche in Archiven, Literatur und Internet und last, but not least – eine daraus entstandene Dichtkunst.

    Das „Hachberg-Mosaik“ wird getragen durch die Mitarbeit von Mitgliedern des Arbeitskreises Heimatkunde in Emmendingen, der inzwischen die Sektion „Hachbergerland“ des Breisgau-Geschichtsvereins Schau-ins-Land e.V. gegründet hat. Ihnen im Besonderen ist zu danken, dass der Faden jetzt wieder aufgenommen wird, der mit der Einstellung des „Emmendinger Heimatkalenders“ aus der Hand geglitten war.

    Als Bürger der Stadt Emmendingen, des Landstrichs Breisgau und der Bundesrepublik Deutschland kann es uns nur gut tun, wenn wir mehr über unser Herkommen und unsere gewachsenen Maßstäbe erfahren und wissen. Dadurch lernen wir uns selbst besser zu verstehen und, was nicht weniger wichtig ist, anderen unsere eigene Geschichte und Kultur zu erklären.

    Insofern ist das „Hachberg-Mosaik“, das als Lose-Blatt-Sammlung erscheint, geradezu ein Politikum – so wie gleichermaßen schon seit längerem die Einrichtung der Hachberg- Bibiliothek -, das unserer Großen Kreisstadt sehr zugute kommt und deshalb auch die Unterstützung durch ihre Räte verdient.

    Aus allen solchen Gründen ist der Neuerscheinung „Hachberg-Mosaik“ von Herzen ein gesundes Dasein, ein erfolgreiches Wirken und ein langes Leben zu wünschen! Zum Einstand rufe ich ihr, auf gut alemannisch, zu: „Nit luck lo!“

    Bernd Kellner

  • Winterthurer Orgel

    Geschichte der „Winterthurer Orgel“in der Keppenbacher Kirche
    Hans Martin Cordier

    Im Jahr 2009 wurde die Kirchenorgel in Freiamt-Keppenbach 275 Jahre alt. Das von dem berühmten Schweizer OrgelbauerJohann Conrad Speißegger angefertigte Instrument hat eine interessante Vergangenheit,die Hans Martin Cordier in chronologischer Reihenfolge aufgeschrieben hat.Cordier war von 1958 bis 1972 evang. Pfarrer in Keppenbach-Reichenbach… 

  • Jumpfer Mine

    D Jumpfer Mine un ihr Bett
    (nach einer Erzählung von Rosa Hagen)

    Das geheimnissvolle Bett der Jumpfer Mine war ja stadtbekannt. Davon gehört hatten alle,aber gesehen hatten es noch nicht viele…

  • Freiamt-Obst

    Freiamt-Obst
    (J. Käser, Hochrhein)

    Für die Große un die Kleine
    für die Grobe un die Feine,
    für die Kranke un au d` Gsunde
    hat der Herrgott s Obst erfunde.

    Freimat-Obst mit Sorgfalt gwunne,
    zittig wore in dr Sunne,
    isch für alli -grad wie Wii-
    zämmegschbarder Sunneschii…

    Q. „Der Landkreis WT“
    (auf Freiamt  zugeschnitten von G. Schmidt)

  • Huttenhof

    Der Huttenhof
    (Wittenbühel/Wittenbühl)
    (Heiner Eckermann)

    Der Huttenhof liegt auf Mundinger Gemarkung, eingebettet in eine reizvolle und aussichtsreiche Landschaft, zwischen Landeck und Freiamt…

  • Freiämter Episode

    Eine Freiämter Episode
    (nach einer mündlichen Überlieferung)

    Der Ottoschwander Pfarrer trifft einen reichen Hofbauer.
    Nach der üblichen Begrüßungmeint der Herr Pfarrer:
    “Hofbauer, Euch hab ich auch schon lange nicht mehr in der Kirche gesehen,
    wie wär’s mit einem Kirchgang an einem der nächsten Sonntage?”

    Darauf der Hofbauer:
    “Herr Pfarrer, meine Sie nit au s isch besser i hock deheim 
    am warme Kachelofe un denk an d kalt Kirch,
    wie wenn ich in de kalte Kirch hock un an de warm Kachelofe
    deheim denke mueß?”

  • Wenig Wasser

    Wenig Wasser – Hohe Wellen

    Herbert Burkhardt
    (Niederschrift seines Vortrags, gehalten am 7. November 2007
    im “Heimatmuseum Anwesen Menton” in Teningen)

    Aus einer Beschreibung der Elz vom Jahre 1750, die sich bei den Emmendinger Stadtakten befindet:
    „Die Elz läuft in unserer Gegend sonderlich sehr Schief und über einen kiesichen Boden und wächset bei Schnee- und Regenwetterzeiten gar oft ohnermeßlich an…“

    Was ich Ihnen heute vortragen möchte ist ein Abriss zur Geschichte der Elz im Bereich Emmendingen-Teningen. Schon seit urdenklichen Zeiten ist die Elz mit Ihren Nebenfllüssen die Lebensader unserer Landschaft…

  • Situationsplan

     Optimale Wasserversorgung der Teninger Mühle:

    Der zweigeteilte Plan zeigt die letztendlich um das Jahr 1836 erreichte Situation nach den vorangegangenen nicht befriedingenden Verbesserungen in den Jahren 1771 bis 1790.

  • Ballade von der Landeck

    Ballade von der Landeck
    (Dichter unbekannt)

    Der Ritter von Landeck schwenkte den Krug.
    Da schrie seine Gattin: “Jetzt ist es genug!
    die verehrlichen Gäste die sollen
    nun endlich sich heimwärts trollen!”

    Sie kreischt es voll Zorn in den Rittersaal,
    der Burgherr saß schlotternd und leichenfahl.
    Selbst die Ahnen ringsum an den Wänden,
    sah man vor Schauder sich wenden.

    “Ei” riefen die Gäste, “so sei doch ein Mann,
    was geht Euch das Weibergeschwätz denn an?
    Lasst reden die alberne Schachtel,
    und spendet noch einige Achtel!”

    Doch jener murmelte bleich und verstört:
    “Unmöglich ist, Freunde, was ihr begehrt,
    So schweiget und haltet den Rüssel!
    Sie hat doch die Kellerschlüssel!”

    Da floh vor Entsetzen der durstige Tross,
    von Mundingen her tönz es hinauf bis zum Schloss:
    “Oh, Ritter von Landech, welch armer Wicht,
    wie traurig Dein Schicksal, drum heiraten wir nicht!”

    Q.: Breisgauer Sonntagsblatt 1903, S 304 (leicht für Landeck angepasst) 

  • Maikäfer

    Das einsammeln von Maikäfern betreffend
    (…aus dem Kriegsjahr 1916)

    An die Großherzoglichen Kreisschulämter, Volksschulrektorate,Ortsschulbehörden und Lehrer der Volksschulen.

    Die Badische Landwirtschaftskammer teilt und folgendes mit:
    “Es hat sich gezeigt, daß auch in diesem Jahre wieder eine größere Menge Maikäfer in den Wäldern vorhanden ist. da diese Tiere in getrocknetem Zustande ein sehr gutes Futter sowohl für Schweine, als auch Geflügel abgeben, beabsichtigt die Landwirtschaftskammer, einen Versuch mit der Trocknung von Maikäfern im Großen zu unternehmen…”

    Q.: Schulverordnungsblatt für das Großherzogtum Baden, Karlsruhe,den 12. Mai 1916
    (aus dem Bestand der Hachberg-Bibliothek) 

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 02 – September 2011

  • Zum Gruß

    Zum Gruß!
    Bernd Kellner

    Es ist schon zu viel Wasser aus dem Brettenbach in
    die Elz geflossen, bevor heute die zweite der ersten
    „Hachberg-Mosaik“-Ausgabe folgt. Das soll in
    Zukunft anders werden. Es wird ja auch nicht jedes
    Jahr der Verein gegründet und bald darauf eine
    Dokumentations-Ausstellung vorbereitet, was
    beides doch mit einem erheblichen Aufwand an Zeit
    und Arbeitskraft verbunden war.
    Die Hachberg-Bibliothek hat sozusagen die
    Metamorphose vom privaten in den juristischen
    Körper vollzogen. Jetzt haben wir ihn – den
    eingetragenen und gemeinnützigen Verein! Wie aus
    seiner Satzung hervorgeht, arbeitet er inhaltlich nach
    wie vor am gleichen Stoff, ist Beratungsstelle für
    Heimatkunde und Arbeitsort der historischen
    Heimatforschung. Hinzugekommen ist die
    Verpflichtung, die Schulen in die Arbeit mit
    einzubeziehen.
    Die Vernetzung mit anderen Vereinen begann beim
    Projekt „Kleindenkmale im Kreis“ mit dem
    Schwarzwaldverein – Ziel: die Ergebnisse am Ende
    in einer Broschüre zusammenzufassen. Nachdem
    sich die Hachberg-Bibliothek mit der
    Muettersproch-Gsellschaft am Erlebnistag in
    Freiamt einen Büchertisch geteilt und im November
    mit einem Tag der Offenen Tür öffentlich
    vorgestellt hatte, fing gleich die Vorbereitung zum
    Klosterjubiläum „850 Jahre Tennenbach“ an (siehe
    den gleichnamigen Bericht auf Seite 23).
    Mit dem Breisgau-Geschichtsverein „Schau-ins-
    Land“ und dem Schwarzwaldverein zusammen gab
    es die drei Exkursionen „Der Kahlenberg“, die
    Wander-Exkursion „Zur Kirnburg“ und der Besuch
    der heute noch sichtbaren, ehemaligen
    „Emmendinger Bierkeller“. In Arbeit sind Lektorat
    und Korrekturlesen zweier Neuerscheinungen: „Die
    Meiger von Kürnberg“ von Georg Kirnberger, ca.
    350 Seiten, geplant für 2012 und „Rund um den
    Eichbergturm“, Gedichte und Geschichten in
    niederalemannischer Mundart von Bernd
    Hagenunger. Im Herbst 2011 soll der von Herbert
    Dufner in langjähriger Arbeit angefertigte
    historische Gemarkungsplan der Stadt
    Emmendingen und Umgebung vorgestellt werden.
    Im Winterhalbjahr sind „Verzellstunden“
    vorgesehen.
    Wie sich zeigt, wird die meiste Arbeit der
    Hachberg-Bibliothek unauffällig und in der Stille
    getan – so auch die Vorbereitung dieser
    2. Ausgabe des „Hachberg-Mosaik“.
    „Nit luck lo!“ sage ich und „Danke!“. Dies gilt der
    Redaktion, die bereits die nächste Nummer im
    Visier hat.

    Im Bestand der UNI-Bibliothek Freiburg/Br. entdeckt:
    „Nam pius est Patriae scribere facta labor
    das ist:
    Wer Vatterlands Geschicht beschreibt/
    ein nutz- und köstlich Arbeit treibt.“
    Quelle: Martinum Zeillerum (Martin Zeiller), Einleitung zu seinem anno 1632
    erschienenen Buch

  • Wappen

    Markgraf Jakob I. (Reg.-Zeit 1431 – 1453),
    Enkel von Rudolf VI. war der erste Markgraf
    von Baden, der dem einfachen badischen
    Wappen diese „Vermehrung“
    beifügte.


    Detaillierte Beschreibung der Wappen und ihre Geschichte im Heft

  • Stabhalterhof


    Die Ersterwähnung des Mutterstegenhofes fällt in
    die Regierungszeit des damals im Breisgau
    regierenden Zähringer-Herzogs Berthold IV. (1152-
    1186). Genaueres finden wir im Gründungsbericht
    des Klosters Tennenbach aus dem Jahre 1161, der
    keine originale Vertragsurkunde darstellt, sondern
    erst im 13. Jahrhundert in Anlehnung an eine
    Gründungsnotiz gefertigt wurde:…

  • Rosengrabmal

    Das Drei-Rosen-Grabmal
    auf der Grabstätte der Emmendinger Kaufmannsfamilie Reichelt

    H. Burkhardt, G. Schmidt

    Es war eine Herzensangelegenheit von Barbara
    Reichelt, ehemals Inhaberin des bekannten
    Geschäftes für Haushaltswaren, Glas und Porzellan,
    die Symbolik und Entstehung des Steines für die
    Nachwelt festzuhalten. Sie verstarb im Jahr 2007 im
    Alter von fast 79 Jahren…

  • Kapelle Tennenbach

    Der Tennenbacher Altar in der Keppenbacher Kirche

    Hans Martin Cordier

    Wann zum ersten Male in der Keppenbacher
    Kirche/Kapelle ein Altar stand ist uns nicht bekannt.
    Eine Zeichnung der Kirche, vermutlich aus der Zeit
    vor dem 30jährigen Krieg, zeigt uns ein kleines
    Kirchlein mit Dachreiter. Allerdings wissen wir, daß
    um 1324 zwei Klosnerinnen ihre Klause an die
    Kirche angebaut hatten. Da das Fenster einer Klause
    stets nach dem Kirchenaltar ausgerichtet sein mußte,
    könnte schon 1324 ein Altar in der Kirche gewesen
    sein…

  • Anmerkung Tennenbacher Altar

    Anmerkung zu
    „Der Tennenbacher Altar in der Keppenbacher Kirche“ (siehe Seite 7)

    Herbert Burkhardt

    Bei Gesprächen mit dem Verfasser konnte ich in Erfahrung bringen, dass er beim Umbau der Kirche in
    1958/59 folgendes feststellte: Das Sandstein-Füllmaterial des Kirchenfundamentes (erbaut 1744-1746)
    stammt vom Kloster Tennenbach. Peter Thumb ließ ja bekanntlich vor dem Baubeginn alles vorhandene
    Material entfernen, was vermutlich den Keppenbachern zur Vermeidung von Feuchteschäden (Brettenbach)
    sehr zustatten kam. Nach Pfarrer Cordier haben die Leute vom Denkmalamt anno 1958/59 „viele interessante
    behauene Steine mitgenommen“.

  • Ochsenkutsche

    Herr Schlosser in der Ochsenkutsche

    Johann Georg Schlosser, der 1774-87 in der Landvogtei, dem heutigen Schlosserhaus amtierte, war nicht nur
    überaus vielseitig gebildet, sondern auch überaus eigensinnig, wenn es galt, die Tradition zu wahren. Es war
    seit alters in Emmendingen Tradition, daß der Herr Oberamtmann zur Genehmigung des Haushaltsplanes in
    einer Kutsche abgeholt wurde…

  • Literatur Rebmesser

    Was sagt die Regio-Literatur zum Thema Rebmesser?

    Günter Schmidt

    „Das Rebmesser ist gekennzeichnet durch eine nach
    innen gekrümmte Schneide und diente sowohl zum
    Rebschnitt als auch zum Abschneiden der Trauben,
    wird aber heute meist durch die Rebschere ersetzt“…

  • Amtshandlung Schlosser

    Eine der letzten
    Amtshandlungen J. G. Schlossers in Emmendingen

    Herbert Burkhardt

    Oberamtmann Johann Georg Schlosser, der von 1774 bis 1787 der Markgrafschaft Hochberg vorstand, hatte
    so manches zu veranlassen. Immer wenn es ums Geld ging mußte er allerhöchste Genehmigung in Karlsruhe
    einholen,…

  • Soldatengräber

    An den Soldatengräbern in Tennenbach

    (in Markgräfler Alemannisch)
    Hans-Peter Burget

    Gohsch in Wald, bis di de Weg
    ans Bächli führt un über d Bruck,
    dört lige meh as tausend Stuck –
    Mensche zemmepfercht verlocht,
    in me Grab un zmitts im Gschtrüpp,
    un meh hän si nit zämmebrocht,…

  • Rebmesser

    Das Rebmesser als Glücksbringer

    Herbert Burkhardt

    So manches alte Brauchtum ist behaftet mit etwas
    Aberglauben. Etliches hat sich sogar bis in die
    Neuzeit erhalten. Denken wir mal an das
    „Scheibenschlagen“, das “Neujahr-Anwünschen”
    oder an die “Polterabende“ mit ihrem
    Scherbengeklirre…

  • Herrmann Föry

    Hermann Föry,
    der Künstler des Emmendinger Reichelt-Grabmals

    Herbert Burkhardt

    Bildhauer Hermann Föry (7.8.1879 – 2.10.1930)
    lebte und wirkte hauptsächlich in Karlsruhe. Es wird
    wohl selten vorkommen, dass ein begnadeter
    Künstler zu Lebzeiten sein eigenes Selbstbildnis
    gestaltet, das später sein Grab zieren wird. So sehen
    wir noch heute die Bronze-Büste auf dem
    Karlsruher Hauptfriedhof. Das Ehrengrab der Stadt
    Karlsruhe finden wir dort am Hauptweg 7…

  • Ensisheim

    Ein Ensisheimer in Freiburg
    (Heimweh nach Ensisheim)

    Wenn i däne iwerm Rhi
    In der Sunn d Vogese gsieh,
    Mein i grad, i bin, noch dheim …
    Ischs a Wunder, wenn i draim,
    Dass i wieder wia vor Zitte
    Heer in Anza d Glocke litte?…

  • Donnerstein

    Der Donnerstein von Ensisheim

    Herbert Burkhardt

    …Der Meteorit von Ensisheim „fiel anno 1492, den 7. November, um halb zwölf Uhr mit einem Donnerschlag
    von oben herab auß dem Gewülk“, so eine Elssäser Chronik…

  • Wackes

    „Wackes“, ein schlimmer Schimpfname für Elsässer

    Günter Schmidt

    Die Elsässer (wie auch die Schweizer) nennen die Badener „Schwobe“ und denken sich nicht viel dabei. Wir
    Badener nehmen das gelassen und kontern höchstens mit der Bemerkung: Nehmt doch mal ne
    Deutschlandkarte zur Hand dann seht ihr, daß ein „Schwaben“ östlich des Schwarzwaldes liegt und
    logischerweise dann dort die Schwaben zu Hause sind.
    Ganz anders verhält es sich, wenn wir die Elsässer als „Wackes“ bezeichnen. Der Elsässer wird zutiefst
    beleidigt sein, wenn wir ihn damit titulieren…

  • Sofie Haufe

    Sophie Haufe,
    die Straßburger Freundin von Johann Peter Hebel

    Heiner Eckermann

    Johann Peter Hebel, am 10.5.1760 in Basel
    geboren, ist durch seine alemannischen Gedichte
    und seine Erzählungen im „Schatzkästlein des
    Rheinischen Hausfreundes“ bekanntgeworden.
    Eine ganze Reihe von berühmten
    Persönlichkeiten seiner Zeit, vor allem aber Jean
    Paul und Johann Wolfgang
    von Goethe, bescheinigten
    ihm außergewöhnliches
    Talent und zollten ihm höchstes
    Lob…

    …J. P. Hebel verkehrte
    während seiner früheren Lehrtätigkeit am Lörracher
    Pädagogium häufig im Pfarrhaus in Herting
    am Isteiner Klotz. Hierbei sah er die beiden
    Töchter seines Freundes, des Pfarrers Joh. Jakob
    Bögner, heranwachsen. Die ältere der beiden, die
    kleine Sophie, hatte er wegen ihres sonnigen
    Wesens besonders in sein Herz geschlossen…

    …Dieser machte sie
    auch mit seinem ehemaligen Schüler Gottfried
    Haufe bekannt, der dann im Mai 1804 mit
    Sophie Bögner den Bund der Ehe schloß. Mit
    der Familie Haufe in Straßburg
    unterhielt Hebel bis zu seinem
    Tod (1826). herzliche
    freundschaftliche Bindungen.
    Dies wird durch zahlreiche
    Briefe dokumentiert…

  • Emmendinger Ereignisse

    Emmendinger Ereignisse anno 1796
    und dieEpisode „Das Pferd von Emmendingen“

    Herbert Burkhardt

    Zur Vorgeschichte: Emmendingen hatte
    jahrhundertelang viel unter Kriegen und
    durchziehenden Truppen zu leiden, selbst dann,
    wenn sich die Markgrafschaft Hachberg neutral
    verhielt. Direkt an der Landstraße Frankfurt-Basel
    gelegen, war man in friedlichen Zeiten eingerichtet
    auf Bewirtung und Beherbergung von Durchreisenden,
    auch auf einquartierte Truppen, die
    normalerweise ihre Rechnungen bezahlten.
    Die erforderlichen Einrichtungen, wie große
    Gasthäuser, Stallungen, Fuhrdienste und ganz
    spezielle Handwerke waren vorhanden…

  • Pferd von Emmendigen

    Das Pferd von Emmendingen

    Herbert Burkhardt

    Im “Adler” war neben anderen französischen
    Soldaten auch ein Zahlmeister einquartiert. Als nun
    die Beschießung begann, wurden überstürzt die
    Pferde gesattelt und der Zahlmeister requirierte eilig
    des Adlerwirts bestes Pferd…

  • Marie Schloß

    Die Schriftstellerin Marie Schloß
    (lebte und wirkte von 1893 bis 1907 in Emmendingen)

    Herbert Burkhardt

    Ihr Leben, durchzogen von Höhen und Tiefen,
    Schicksalsschläge blieben ihr nicht erspart, begann
    in ihrem Geburtsort Freiburg im Breisgau bei Vater
    Julius Haas, der dort in der Bertholdstraße eine
    Weinhandlung hatte, und der Mutter Rosa geb.
    Marx…

  • Provisor Siegfried

    Provisor Siegfried
    Marie Schloß
    (Schauplatz um 1750 in Emmendingen )

    “Also, es bleibt dabei, und Ihr wißt jetzt, was Eueres
    Dienstes. Ihr sollt ja, wie Euch die hochwürdigen
    Herrn bezeugen, gar gelehrt und wohl erfahren in
    allerlei Wissenschaft sein, aber, behaltet die für
    Euch, Provisor. Ich füge mich nur dem Zwang;
    es heißt eben mit der Zeit fortschreiten, wenn auch
    ungern. Also, merkts Euch wohl: Nur ein Weniges
    von rechnen, lesen und schreiben! Machen uns die
    Weiber doch ohnehin genug zu schaffen und wollen
    alles besser wissen, auch wo sie nur ein Kreuz statt
    des Namens setzen können. Sorgt wohl dafür, dass
    sie uns nicht noch mehr über den Kopf wachsen.
    Neumodischer Unsinn das, nichts weiter, mit dem
    lernen. Sollen doch selbst gemeiner Leute Dirnen in
    die Schule; – wofür? Heißet es nicht: Und der Mann
    sei des Weibes Haupt? Was soll das aber nütze sein,
    wenn die Glieder klüger sein wollen, als das Haupt?“…

  • 850 Jahre Tennenbach

    850 Jahre Tennenbach

    Bernd Kellner

    Gerade weil vom ursprünglichen Gemäuer der ehrwürdigen Abtei nicht mehr viel zuu sehen ist, richtete sich
    das Augenmerk auf den Umgang mit ihrer Geschichte.
    Nachdem der Breisgau-Geschichtsverein und die Hachberg-Bibliothek, z. T. in Personalunion und
    zusammen mit Stadt und Kirche, das Programm der Feier angeregt und auch finanziell gesichert hatten,
    beschäftigte sich die Hachberg-Bibliothek ausschließlich mit Beschaffung, Zusammenstellung und
    Ausarbeitung der 18 Schautafeln für die Ausstellung, die während des zentralen Ereignisses, einem
    hochkarätig besetzten Colloquium, zu sehen sein sollte. Dazu waren aufwendige Besuche von Örtlichkeiten
    und Archiven vonnöten. Neue Kontakte taten sich auf, neue Entdeckungen auch, eine davon: eine
    Lagebeschreibung der drei klösterlichen Weinkeller. Von Ortschaften, wo heute noch etwas aus dem Kloster
    zu betrachten ist, ließ sie eine Karte zeichnen, welche auf die dortigen Objekte nach dem heutigen Straßen-
    Schema hinweist…

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 03 – Dezember 2011

  • Predigt

    Die längste und die kürzeste Predigt

    Altbischof Reinhold Stecher (Innsbruck)

    …„ aber eins muß ich Dir sagen, lieber Bischof“, beschwor
    mich der Kaplan, „die Predigt darf nicht
    länger sein als drei Minuten, Du weißt ja …“…

  • Herzli Mond

    Härzli Mond un Stärnli

    eine Adventsgeschichte in Eichstetter Mundart
    Aber gäll – Ihr vrrote des nit !
    Erna Sonner

    Dr Andrees isch innere Zit un imme Hüüs
    uffgwagse, wu vum Spare nit nur gschwätzt wore
    isch. Mr het zerscht ämol vrsöächt mit däm
    üsszkumme wu d Arbet im Stall un uff dr Fälder
    ribrocht het. Am Hungerdöäch hän si nit grad
    gnaggt aber s isch viil bscheidener zöägange weä
    hit…

  • Christkindli

    s Chrischtkindli un de Belzeniggl
    (altes, fast vergessenes Weihnachtsbrauchtum in Emmendingen,
    Windenreute bis ins Elsass und der Ortenau)

    Herbert Burkhardt

    Die Älteren unter uns erinnern sich noch:
    Wenn es am Heiligen Abend draußen vor der Tür
    silberhell klingelte, kündigte sich
    s Chrischtkindli an und betrat zusammen mit dem
    Belzeniggl die Stube…

  • Köndringer Pfarrerssohn

    Köndringer Pfarrerssohn gegen Christbaum

    Siegfried Peter

    Seit etwa 400 Jahren ist der Christbaum eines der
    wichtigsten Symbole für die Weihnachtszeit.
    Wann dieser Brauch entstanden ist, kann heute
    nicht mehr genau ermittelt werden. Wir können
    jedoch mit ziemlicher Sicherheit davon
    ausgehen, dass der Christbaum zuerst am
    Oberrhein und vor allem im Elsaß heimisch
    geworden ist. Anfangs wurde der Baum mit
    Gebäck und Äpfeln behängt und vorwiegend in
    den Wohnungen aufgestellt. Erst im 20.
    Jahrhundert hat er, geschmückt mit bunten
    Kugeln und Kerzen, die öffentlichen Plätze und
    Gebäude sowie Büros und Fabrikhallen erobert.
    Damals wie heute gab und gibt es Menschen und
    Institutionen, die sich gegen die Verweltlichung
    des Weihnachtsfestes wehren. Während heute
    vielfach vor übermäßigem Konsum und
    Verschwendung gewarnt wird, fürchteten vor
    400 Jahren die Gegner des Christbaums einen
    Rückfall in heidnische Sitten. Einer ihrer
    Wortführer war der am 24. März 1603 in
    Köndringen geborene Johann Conrad Dannhauer…

  • Neujahrsbrezel-Würfeln

    Neujahrsbrezel-Würfeln

    Günter Schmidt

    Das Neujahrsbrezel-Würfeln ist ein alter Brauch, der
    auch in Emmendingen zum Jahresende/Jahresanfang
    noch immer ausgeübt wird. Man kennt verschiedene
    Spielregeln. Nachfolgend ist die Variante
    beschrieben, nach der die alten Emmendinger
    „Schlossersträßler“ ihre Brezeln auswürfeln…

  • Neujahrschießen

    Der „rohe und gefährliche“ Brauch des Neujahrschießens

    Siegfried Peter

    Schießen und Feuerwerk gehören zu Altsjahrsabend
    bzw. Sylvester, wie der Christbaum zu Weihnachten
    und der Hase zu Ostern. Das Feuerfest zum
    Jahreswechsel hat germanische Wurzeln und wurde
    nach der Überlieferung schon vor nahezu 2000
    Jahren gefeiert. Nach der Erfindung des
    Schießpulvers sind Böller und farbiges Feuerwerk
    dazu gekommen. Damit sollten die bösen Geister
    des alten Jahres vertrieben werden, zum Neue Jahr
    gab und gibt es auch heute noch gute Wünsche für
    Glück und Gesundheit…

  • Rückblick und Ausblick

    Rückblick und Ausblick
    (aus dem EM-Heimatkalender auf das Jahr 1952)

    Emmendingen wächst – wir lasen es bereits im
    Geleitwort unseres Bürgermeisters – und baut. Ist je
    soviel in unserer Stadt gebaut worden? Wieviele
    Wohnhäuser allein sind neu erstanden ! Auf dem
    Bürkle, der Bleiche, an der Wöpplinsberger Straße,
    in der Kandel-, der Hochburger-, der
    Romaneistraße, droben im „Himmelreich“ und
    drunten in Nieder-Emmendingen – überall wuchsen
    sie empor, die schmucken Villen, Reihenhäuser,
    Siedlungsbauten…

  • Der Amsenhof

    Der Amsenhof (Bramshart/Bromshart)

    Heiner Eckermann

    Anno 1184 wurde der Bramshart (Amsenhof) als
    Besitz des Klosters Tennenbach von dem Papst
    Lucius III. bestätigt. Die drei Brüder Walter, Kuno
    und Heinrich Brenner hatten dem Kloster ihre
    Besitzungen auf Bramsenhof dem verkauft. Auch
    Heinrich von Emmendingen, ein Ministeriale des
    Grafen Berthold von Nimburg, hatte dort Besitz,
    den er den Tennenbachern übereignete…

  • Markgraf Jakob-Glocke

    Die Markgraf Jakob-Glocke im Waldkircher Rathaus-Turm

    Annerose Bauer

    Im Nachlass des unvergessenen Karl
    Lapp, langjähriger Schriftführer des Vereins zur
    Erhaltung der Ruine Hochburg e.V. befindet sich
    ein Aktenvermerk aus dem
    Jahr 1959 über ein Gespräch mit dem früheren
    Waldkircher Stadthistoriker und
    Kreisdenkmalpfleger Hermann Rambach. Erwähnt
    wird die größere der beiden Rathausglocken mit der
    Inschrift „Meister Marx Metzger goß mich zu
    Straßburg anno domini 1590“ und die Buchstaben
    J. M. Z. B. V. H., was bedeutet Jakob (III.)
    Markgraf zu Baden und Hachberg. Außerdem ist die
    Glocke mit dem Hachberger Wappen verziert. Sie
    ist 50 cm hoch, hat 51 cm Durchmesser und ein Gewicht von 79 kg…

  • 400 Jahre Wasserzeichen-Papier

    400 Jahre Wasserzeichen-Papier im
    Vorderösterreichischen Waldkirch 1611 – 2011

    Herbert Burkhardt

    Handwerker besonderer Art sind die „Papyrer“ stets
    gewesen. Von weither und durch lange Zeiträume
    hindurch haben sie sich ihren Weg gebahnt, aus dem
    fernen China über Turkestan, durch Persien, Syrien
    und Ägypten nach Europa, und von Spanien und
    Italien in weiteren Jahrhunderten in unsere
    nordischen Länder. Manches ging verloren auf dem
    weiteren Wege durch die Jahrhunderte, vieles wurde
    hinzugelernt, die Elemente aber, der „Grundstock“,
    sind unversehrt auf uns gekommen…

  • Die alte Sonnenuhr

    Die alte Sonnenuhr
    an der evang. Stadtkirche in Emmendingen

    Herbert Burkhardt

    Zu Anfang der 1790er Jahre waren sämtliche
    öffentliche Uhren der Stadt so verdorben, dass keine
    mehr richtig ging und man nicht mehr wusste, wie
    man in der Zeit lebte.
    Um diesem Übelstande abzuhelfen, wurde
    beschlossen, eine Sonnenuhr anzuschaffen,…

  • Tennenbacher Ziegelhütte

    Die Tennenbacher Ziegelhütte

    Herbert Burkhardt

    Die Kirche in Freiamt-Reichenbach musste im
    Laufe des 18. Jahrhunderts mehrfach erweitert
    (Verlängerung der Giebelwand), repariert (Turm
    und Dach) und mit neuen Einrichtungen (Glocken,
    Stühle) versehen werden…

  • Kloster-Mühle

    Von der ehemaligen Kloster-Mühle in Tennenbach

    Herbert Burkhardt

    Kloster Tennenbach – die Forschungen gehen weiter, ab dem 851. Jahr…
    Über interessante Entdeckungen, die von allgemeinem Informationsinhalt sein dürften, wird das Hachberg-
    Mosaik von Fall zu Fall weiterhin berichten. Dieses Mal geht es um die ehemalige Kloster-Mühle.
    Im Großherzoglich-Badischen-Oberrheinischen Provinzial-Blatt vom 30.1.1808 erschien folgende Anzeige
    unter

    Kauf-Anträge
    Mahl- Oehl- und Sägmühle-Versteigerung, nebst
    Verkauf einer gespaltenen Glocke.
    Donnerstags den 28sten d. M. wird nebst einer
    ohngefähr18 Zentner schweren Glocke zu Thennenbach
    die Mahl-Oehl- und Sägmühle, aneinander
    gelegen, mit dem vorhandenen Mühlgeschirr, und
    1 Jauchert ohngefähr hiezu gehöriger mit Nro. 26.
    bezeichneten Matten, auf der sogenannten Krummatte,
    in dem daselbstigen Wirthshaus Vormittags
    9 Uhr, mit Vorbehalt höchster Ratifikation, an den
    Meistbiethenden versteigert werden…

  • Provinz – Verfügung

    Provinz – Verfügung
    (Warnendes Beyspiel von den traurigen Folgen der Quacksalberey)

    Einem fünfzehnjährigen Mädchen, der Maria Anna Kristmann in Altbreysach wurde auf
    Anrathen einer alten, nun verstorbenen Base zur Heilung eines Kopfausschlages eine Salbe
    aus zwey Quintchen Muckenstein (arsenikalischer Kobalt) und 3 Loth Butter in die Haare
    eingerieben, der Kopf fest verbunden, und so mehrere Tage zugebunden gelassen.
    Die Arme starb am 8ten Tage unter heftigem Irrereden, Zuckungen und mit allen Zeichen
    der Vergiftung, obschon (freylich zu spät) alle ärztliche Hülfe angewendet wurde. Welches
    zur Warnung gegen ähnliche Quacksalbereyen öffentlich bekannt gemacht wird.
    Freyburg, den 14ten Jenner 1808.
    Großherzogl. Badische Regierung der Landgrafschaft…

  • Am alten Marstall

    „Am alten Marstall“
    – ein Straßenname im Ortsteil Windenreute

    Herbert Burkhardt

    Durch diese Straßenbezeichnung wird an die
    besondere geschichtliche Vergangenheit des
    ehemals selbstständigen Dorfes Grombach, zuletzt
    Krumbach genannt, erinnert. Seit nunmehr 350
    Jahren bilden Windenreute und Krumbach eine
    dörfliche Einheit (vor über 900 Jahren hieß
    Windenreute Winedoriuti)…

  • Anekdotisches

    Anekdotisches:

    Seine besondere Sorgfalt wandte Markgraf
    Karl II. (Reformation 1556) der Befestigung der
    Hochburg zu. Er führte eine lange und gründliche
    Bautätigkeit durch, die vor allem durch Anlage von
    Bollwerken gegen den Hornwald zu und
    „Ummantelung“ des Burgfelsens aus der
    mittelalterlichen Burg eine wenigstens für die
    damalige Zeit kaum einnehmbare Festung machte.
    Auch die Wohn- und Wirtschaftsbauten wurden
    durch ihn bedeutend erweitert. Die so in
    großzügiger Weise um- und ausgebaute Hochburg
    sollte eine sichere Zuflucht und kräftige Hilfe in
    Kriegszeiten gewähren für „Menschen und Vieh,
    Hab und Gut der Untertanen“.
    Der fromme und tatkräftige Fürst, der stets auf das
    Wohl seiner Untertanen bedacht war, zeichnete sich
    durch Witz und Humor aus. Ein Beispiel hierfür
    mag genügen: Einst sah Karl II. von einem Fenster
    seines Schlosses aus einen Hofbeamten das Tor
    passieren. Unter dem Mantel schaute hinten ein
    Fischschwanz heraus. Karl rief ihn an und sagte
    ihm: „Wenn du wieder einen Fisch aus der Küche
    stehlen willst, so nimm entweder einen längeren
    Mantel oder einen kürzeren Fisch!“

    Quelle (Anekdotisches):
    „Windenreute 1094-1994 Festschrift und Chronik“

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 04 – März 2012

  • Diebstahlsanzeige

    Diebstahlsanzeige [Malterdingen]

    aus dem:
    „Anzeige-Blatt für den Dreisam-Kreis“, Jahr 1823, Seite 67

    In der Christ- oder der darauffolgenden Nacht, wurden dem Michel Jörlin zu Malterdingen, mittelst Einsteigen auf die Bühne nachbemerkte Sachen entwendet:…

  • Diebstahlsanzeige [Sexau]

    Metalldiebe gabs auch schon damals –
    oder ob man nur billig zu einer Orgel(-Reparatur) kommen wollte?

    Diebstahlsanzeige [Sexau]

    aus dem
    „Anzeige-Blatt für den Dreisam-Kreis“, Jahr 1823, Seite 413/414

    In der Nacht von gestern auf heute sind aus der Kirche zu Sexau 23 Stücke der größten Orgelpfeifen
    entwendet worden. Man ersucht um Nachricht, wenn etwas weiter darüber bekannt würde und um
    Arretierung desjenigen, welcher sich durch Verkauf von dergleichen Orgelpfeifen verdächtig machen sollte.

    Emmendingen, den 28. April 1823 Großh. Oberamt

  • Malterdinger Weibsleute

    Die Malterdinger Weibsleute trugen allerhand Farben

    Herbert Burkhardt

    Aus Wilhelm Ludwig Willius:
    „Beschreibung der natürlichen Beschaffenheit in
    der Marggravschaft Hochberg“ vom Jahre 1783:

    Die Kleidung des grösten Theils derHochbergischen Einwohner ist nach dem Erdstrich, darauf sie leben, nach ihren verrichtenden Arbeiten und nach ihren Vermögensumständen vollkommen gut eingerichtet, und also gewählet, daß dadurch Niemand an seinen Geschäften gehindert und gleichwohl der Leib zu allen Jahreszeiten und bey aller Witterung hinlänglich bedecket und beschützetist…“.

  • Diebstahlsanzeige [Teningen]

    Diebstahlsanzeige [Teningen]

    aus dem
    „Anzeige-Blatt für den Dreisam-Kreis“, Jahr 1823, Seite 835

    Aus der Orgel in der Kirche zu Theningen wurden 20 Stück zinnerne Orgelpfeifen entwendet. Alle Gerichts- und Polizeibehörden werden hiermit ersucht, denjenigen, der sich durch den Besitz von Orgelpfeifen verdächtig macht, zu arretiren und anher abzuliefern.

    Emmendingen, den 13. September 1823
    Großh. Oberamt, v. Dürrheimb

  • Heimkehr einer Ramie-Kaffetasse

    Heimkehr einer Ramie-Kaffeetasse
    nach Emmendingen

    Erzählt von Lore Kühn,
    notiert von Annerose Bauer, Hachberg-Bibliothek

    Bis zum Bombenangriff auf die Ramie am28. Februar 1945 lief der Betrieb auf Vollast. Dazu mußte die Ramie auch viele zwangsverpflichtete Leute beschäftigen, meist Frauen. Die Werksanlagen wurden beim Angriff total zerstört, die an der Baumgartner-Straße befindliche Werkskantine blieb jedoch verschont…

  • Heimbach und das Kloster Tennenbach

    Heimbach und das Kloster Tennenbach

    Siegfried Peter

    Mit zahlreichen Veranstaltungen und Berichten in der Presse wurde im Jahr 2011 an die Gründung des ehemaligen Klosters Tennenbach vor 850 Jahren erinnert. Kaum bekannt ist, dass die Ortschaft Heimbach vor 400 Jahren auch zum Besitz des Klosters gehörte. Allerdings nur für einen Zeitraum von weniger als 18 Jahren…

  • Emmendinger Blutgericht

    Justiz der vergangenen Zeit im Hachbergerland
    1. Vom Emmendinger Blutgericht

    Herbert Burkhardt

    In den vergangenen Jahrhunderten gab es in Emmendingen mehrere Todesurteile, die entweder durch Erhängen am Galgen, oder durch Enthauptung mit dem Richtschwert vollstreckt wurden. Mitte des 19. Jahrhunderts fielen die meisten Protokolle über die Gerichtsverhandlungen landesweit einer „Säuberungsaktion“ in den Archiven zum Opfer. Hinweise in Kirchenbüchern sind spärlich, da üblicherweise keine Einträge erfolgten. Die Hingerichteten erhielten keine kirchlichen Friedhofsbegräbnisse Sie wurden auf dem Richtplatz verscharrt… 

  • Verhandlung Blutgericht

    2. Verhandlung des Blutgerichts zu Emmendingen im J. 1739

    Actenmässige Mittheilung vom Herrn Rechtsanwalt Eckert in Emmendingen.

     Actum Emmendingen den 20. August 1739. Praesentes: Johann Christian Sander, Ambts-Burgermeister allhier, als bestellter Blutrichter. Assessores: 1. Heinrich Stier, Vogt zu Malterdingen, 2. Martin Jenne, Vogt zu Bahlingen, 3. Hans Jerg Engler, Vogt zu Köndringen 4. –12. etc. Nachdeme von Ihro Hfrstl.Durchlauchtigkeiten, Unserer gnädigsten Obervormundschaft und Landes- Administration, unterm 30. Juny a.c.IR. Nr. 1456 der fürstl. gnädigste Befehl, an allhiesiges Fürstl. Oberambt dahin ergangen, dass der in pto. Homicidii allhier inhafftirte, Johann Jacob Egin von Nieder- Emmendingen, seines Alters 25 Jahr, Evangel. Religion, nach vorhergegangener Besiebenung, vor ein ordentliches Malefizgericht gestellet, daselbst peinlich beklagt, defendirt, und ein den Rechten und seinem Verbrechen gemässes Urthel abgefasst, sodan solches zu gnädigster Approbation oder Aenderung unterthänigst eingeschickt werden solle, als wurde zu unterthgstr. Befolgung obgedachter Frstl. Gnädigsten Befehls, auf heutigen Donnerstag Vormittag um 9 Uhr, dieses Malefizgericht der Ordnung gemäss veranstaltet, und dabey Folgendes procediret…

  • Emmendinger Gefängnis

    3. Das alte Emmendinger Gefängnis

    Herbert Burkhardt

    Der auf Seite 11 abgebildete Plan (GLA,198/11) zeigt den Zustand im 18. Jahrhundert, nachdem es zwischen 1714 und 1777 mehrfach umgebaut und repariert werden musste. In seinen Mauern „schmachteten“ unzählige Insassen, die für teils längere, teils kürzere Zeit „eingetürmt“ waren. Manchmal auch nur für einen oder zwei Tage, dies insbesonders Frauen bei Kleindiebstählen (bei vorliegender Schwangerschaft z. B. brauchte die Strafe nicht sofort angetreten zu werden, sie wurde in die Zeit nach der Niederkunft verschoben). Das Gefängnis stand damals beim sogen. Freiburger Tor. Die Außenmaße waren in der Länge 44 Schuh, in der Breite 33 Schuh. Es hatte 6 Zellen, jede versehen mit Ofen und Abort. Dazu kam eine Wohnung für den „Turmhüter“ mit darunter liegendem Keller. Im Jahr 1826 hatte der Bau ausgedient. Ein neuer „Gefängnisturm“ war erforderlich geworden, wie die nachstehende Bauausschreibung, veröffentlicht im Anzeige-Blatt für den Dreisam-Kreis, bekundete.

  • Landvogt Liebenstein

    Landvogt Liebensteins nachgelassene Fahrnisse

    Herbert Burkhardt

    Johann Ludwig Friedrich Freiherr von Liebenstein (1749 – 1823) war als Nachfolger von Johann Georg Schlosser ab 1787 Landvogt der Markgrafschaft Hachberg. Im Zuge der Neuordnung der Badischen Lande wurde durch das Novemberedikt des Jahres 1809 das Oberamt Emmendingen aufgelöst und das Bezirksamt gebildet (später Landkreis Emmendingen). Danach erfolgte die Aufhebung der Vogtei Emmendingen mit der Neuorganisation der Ämter. Die Position des nunmehr 60jährigen Liebenstein wurde somit zur Disposition gestellt. 

  • Diebstahl Landeck

    Diebstahl [im Ort Landeck]

    aus dem:
    „Anzeige-Blatt für den Dreisam-Kreis“, Jahr 1823, Seite 637/638

    In der Nacht vom 25. auf den 26. Mai d. J. wurde in dem Rebstock-Wirthshaus zu Landeck einem Reisenden, die unten beschriebene silberne Sackuhr entwendet. Alle Gerichts- und Polizeibehörden werden ersucht, den Innhaber derselben, auf Betreten festzuhalten, ihm die Uhr abzunehmen, sofort ihn zur Nachweisung, wie er zu dieser Uhr gekommen, anzuhalten, und von dem Entdeckten Nachricht anher gelangen zu lassen.
    Emmendingen, den 27. Mai 1823 Großh. Oberamt…

  • Vierdörfer Wald

    Der Vierdörferwald

    Heiner Eckermann

    Zwischen den Ortschaften Köndringen und Heimbach befindet sich ungefähr auf halber Wegstrecke, direkt unterhalb der Straße, ein Kunstwerk besonderer Art, der HERMANNSBRUNNEN. Im Jahre 1975 setzte hier der Bildhauer Hubert Bernhard für eine Stätte von uralter Tradition ein neues Zeichen. Diesem Hermannsbrunnen fiel in der Ortsgeschichte der Gemeinden Malterdingen, Köndringen, Mundingen und Heimbach als Gerichtsstätte in Sachen des Vierdörferwaldes eine bedeutende Rolle zu…

  • Karte Vierdörferwald

    Karte: „Der Vierdörferwald und seine umliegenden Orte“

    (aus „… Der Vierdörferwald bei Emmendingen“, Martin Wellmer,Wagner-V. 1938)

  • Stilzerfritz

    Geschichtliches zum Gasthaus „Stilzerfritz“

    Günther Schmidt

    Das Anwesen liegt auf dem „Amsenbuck“ im Dreieck „Amsenhof“, „Huttenhof“ und „Lehenhof“. Es gehört kirchlich zur Pfarrgemeinde Mundingen, politisch zur Ortschaft Mundingen und damit zur Stadt Emmendingen, postalisch aber zu Freiamt. Postadresse: Gasthaus Stilzerfritz, Inhaberin Ingrid Gut, Amsenhof 3, 79348 Freiamt; Telefon: 07645/391 Die Anfahrt erfolgt über die Straße Landeck-Mußbach. Etwa auf halber Wegstrecke ist westlich die gut ausgeschilderte Abzweigung sichtbar. Von hier führt ein geteerter Fahrweg zum Anwesen, der dann am weiter hinten liegenden „Amsenhof“ endet. Für Wanderer ist der „Stilzerfritz“ über mehrere (Wald-) Fußwege aus allen Richtungen erreichbar, so auch von Emmendingen und Tennenbach aus.

  • Tod und Elend Gundelfingen

    Anno 1813/1814 kamen Tod und Elend über Gundelfingen

    Ursula Danner

     Unter den Einquartierungen und Durchmärschen während der Napoleonischen Kriege hatte auch Gundelfingen und seine Bevölkerung sehr zu leiden. Der damalige Pfarrer Greiner von Gundelfingen hielt die erschütternden Ereignisse seiner Gemeinde in den Kirchenbüchern wie folgt fest: „Als ein unvergeßliches und höchst merkwürdiges Denkmahl für unseren Orth Gundelfingen führe ich dieses an, daß wir hier, außer den fürchterlichen Einquartirungen so wir vom 18. Oktober vorigen Jahres bis 22. Juni 1 814 in unserem Orthe gehabt, samt den unerschwinglichen Liefferungen an Frucht, Mehl, Vieh, Fleisch, Heu, Haber, Geld, Handwerksgeräth zum Schanzen, Frohnden, Schanzarbeiten so wir haben leisten müssen, wodurch die Gemeindekasse sowohl als auch jeder einzelne Bürger in schreckliche Schuldenlast gekommen, wir bey allem dem eine erschreckte undhier noch ganz unerhörte Mortalität erlitten. Die Sterblichkeit war hier so stark, daß außer dem Militär, dahier vom 23. Oktober 1813 bis dem 8. Juni 1814 achtundsiebzig Personen gestorben. Ach Gott erbarme sich unsrer!…

  • Lenn’s go

    Aus Pfarrer Glocks* „Breisgauer Volksspiegel“ von 1909
    „Lenn’s goh, ’s macht sich noch wie’s Bautze Bier“

    So sagen die Emmendinger. In der Bierbrauerei Bautz beim Bahnhof zu Emmendingen füllte die Frau Wirtin den Gästen die Schoppen auch nicht gehörig, wenigstens saß in jedem Bierglas, das frisch gereicht wurde, ein mächtiger weißer Feldwebel obendrauf. Als einem Bahnkondukteur, wie dazumal die Schaffner hießen, dieses Unrecht widerfuhr, beschwerte er sich bei der Wirtin. Diese aber wurde nicht in Verlegenheit gebracht, sondern meinte: „Lenn ’s goh, ’s macht sich noch!“ Sie meinte aber, der Gast solle nur abwarten, bis der viele Schaum sich in Bier verwandelt haben würde. Dem Bahnkondukteur war mit dieser etwas schlotterigen Antwort nicht gedient.

  • drnach dr Fall

    Drnach der Fall, drnach der Huet!“

    Günther Schmidt

    Auch dieses Sprichwort hat „z’ Ammedinge im Städtli“ das Licht der Welt erblickt. Dort lebte in alter Zeit ein ehrsames Schneiderlein, der hieß Häberle, der war zugleich wohlbestallter Mesner oder Sigrist, wie man’s in Emmendingen nannte. Neben andern Pflichten lag dem Sigrist auch die ob, bei sogenannten großen Fällen den Herrn Dekan und Kirchenrat, bei kleinen Fällen – und das war die überwiegende Mehrzahl – den jeweiligen Herrn Vikari als kirchliche Ordonnanz und Anstandsperson zu begleiten und zwar stets auf der linken Seite, auf der rechten liefen die kirchlichen Herren. Der Sigrist kam als Ordonnanz schon als Schneider stets proper und sauber daher, sein Hauptschmuck aber, mit dem er den Emmendingern imponierte, war ein Dutzend abgelegte Zylinderhüte, die er alle Neujahr, wenn der Dekan und Kirchenrat sich einen neuen beilegte, als besonderes Neujahrsgeschenk einheimste, an den schadhaften Stellen mit Hilfe von Tinte oder Stiefelglanzwichse ausbesserte und nach der Güte sich aufs Haupt setzte und feierlich zur Schau trug, je nachdem der Fall ein großer oder kleiner war. So kam es, daß, wer in Emmendingen sich in der Güte der zwölf Zylinder des Sigrists etwas auskannte, sofort wußte, was für ein besonderer Fall jeweils vorlag und das Sprichwort von Mund zu Munde ging: „Drnach der Fall, dnach der Huet!“

    * Pfarrer Johann Philipp Glock war 1874/75 Vikar in Emmendingen, später Pfarrer in Wolfenweiler

  • August Ganther

    Hundertfünfzigster Geburtstag von August Ganther

    Burkhardt/Schmidt

    Der Lehrer und volkstümliche Schriftsteller August Ganther wurde am 9.3.1862 in Oberkirch geboren und starb am 5.4. 1938 in Vöhrenbach. Als Lehrer war er langjährig an der Lessingschule in Freiburg tätig. Er hinterließ viele Gedichte und Geschichten in Niederalemannisch und Hochdeutsch. Seine zahlreichen Bändchen werden bis heute gerne gelesen und geben Anlass zum Schmunzeln und Lachen, sowie tiefsinniger Betrachtung Zum 150. Geburtstag unser Gedenken mit seinem Gedicht „D alt Stas“…

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 05 – Juni 2012

  • Weisweiler Pfingstkäs

    Vom Weisweiler Pfingstkäs
    Herbert Burkhardt

    Nein, mit Käse hat dieses alte Brauchtum nichts zu tun! Eher mit Eier, Speck und Butter (Anke). Der Name Pfingstkäs ist mit dem Wort Pfingstgehäs zu erklären, gleichbedeutend mit Pfingstkleid (Häs = alem. Kleidung)…

  • Mühlsteinherstellung im Bleich- und Kirnbachtal

    Die Mühlsteinherstellung im Bleich- und Kirnbachtal
    Axel Lott

    Das Bleichtal bildet seit Urzeiten die (befahrbare) Grenze zwischen dem Breisgau und der Ortenau. Es verläuft von Ost nach West und ist in seinem breiten Teil etwa 5 km lang. Im unteren Bereich kommt von Süden her der Kirnbach. Dessen Tal ist auch etwa 5 km lang, aber enger als das Bleichtal. In beiden Tälern gibt es eine Vielzahl kurzer oder längerer Nebentäler mit ihren Bächen. In den letzten Jahren rückte die Kirnburg in das Interesse von Hobbyforschern, insbesondere von Georg Kirnberger, dessen Vorfahren Vögte auf der Kirnburg waren. In diesem Zusammenhang stellte sich die Frage nach der Namensgebung der Burg. Kirnhalde und Kirnhalden findet man beiderseits des Kirnbachtales, kurz vor der Einmündung in den Bleichbach. Woher stammen die Namen?…

  • Weisweiler Schafe und das Kloster Tennenbach

    Die Weisweiler Schafe und das Kloster Tennenbach
    Herbert Burkhardt

    Ein Beispiel erfolgreicher Koexistenz überliefert uns die Gemeinde Weisweil, oder war es bereits der Beginn einer „frühen“ Ökumene? Das Dorf wurde zwar im Zuge der Reformation im Jahre 1556 evangelisch durch die Zugehörigkeit zum Hachberger Land, teilte sich aber mit dem (katholischen) Kloster Tennenbach (Teil Vorderösterreichs) bis zur Säkularisation anno 1806 die sehr erfolgreiche Schafzucht in Weisweil (Harderer Hof).

  • Reinhardt, Vogt von Teningen

    G. F. Reinhardt, der Vogt von Teningen
    Heiner Eckermann

    Mitten im Ortszentrum von Teningen, am Kronenplatz, entdeckt der aufmerksame Passant, besonders wenn sein Schritt vom Rot der Ampel gestoppt wird, über dem (heute zugemauerten) Eingang des ehemaligen Gasthauses „Zur Krone“, ein in Stein gehauenes, von drei Sandsteinkugeln begrenztes Bildwerk. Was es mit dieser bemerkenswerten Steinmetzarbeit auf sich hat, soll nun hier in aller Kürze erläutert werden: In den Jahren 1734 – 1754 war Georg Friedrich Reinhardt Vogt (= Bürgermeister) von Teningen. Er stammte aus Straßburg und übernahm noch vorseiner Zeit als Vogt von seinem Vetter Heidenreich das Gasthaus „Zur Krone“ in Teningen. Über dem Eingang ließ er nun dieses Relief anbringen:

  • Hanfanbau in der Rheinebene

    Hanfanbau in der Rheinebene
    Herbert Burkhardt
    erzählt in 11 Abschnitten, jeweils Niederalemannisch und Schriftdeutsch
    (Siehe Anmerkung am Ende des Artikels)

    (1) Wenn d Ärn deheim gsi isch, ischs an de Hanf gange. Des isch nomol e kherigi Arwet gsi. In de Hanfzyt hän alli Lyt d Händ vrbunde kha, an alle Finger isch d Hüt eweg gange. D Hanf-Schdeck sin halt au arg fescht im Bode gschdeckt, do hets als „zoge“ gheiße, bis si husse gsi sin. Jo, des isch e Arwet gsi, bis mr so e ganze Acker als grupft kha het. Schu ufem Feld het mr e baar Sorte gmacht. Diä greeschte un dickschte Schdengel sin zu bsundere Bohse bunde wore un e Deil Hanf het mr deno gschlenzt, de ander isch broche wore.

    Nachdem das geerntete Getreide zu Hause war, kam der Hanf an die Reihe. Das war nochmals ein schweres Stück Arbeit. Zur Zeit der Hanfernte hatten alle Leute verpflasterte Hände, die Haut löste sich an den Fingern. Die Hanfstengel steckten ja sehr fest im Boden, man musste schon kräftig daran ziehen, um sie heraus zu bekommen. Ja, das war eine schwere Arbeit, bis man den ganzen Acker abgeerntet hatte. Bereits auf dem Feld hat man den Hanf sortiert. Die größten und dicksten Stengel wurden zu getrennten Bündeln gebunden, ein Teil hat man danach durch Reißen entrindet, der Rest wurde gequetscht…

  • Das Geheimnis des Malecker Hebammenköfferchens Herbert Burkhardt

    Das Geheimnis des Malecker Hebammenköfferchens
    Herbert Burkhardt

    Die Hebamme, oder wie die Alten noch sagten, „d Hewamm“, eine wichtige Institution im alten Hachberger Land und drum rum, hinterließ als Respektsperson bleibende Eindrücke. Unsere Alten wußten viel zu erzählen. So gebrauchte man noch typisch alemannische Aussprüche wie: „Was frog ich noch de Hewamm, ich bin uf de Welt!“, wenn einem etwas absolut gleichgültig war. Oder: „Do isch d Hewamm au nimmi dschuld gsi!“, wenn ein Mensch hochbetagt das Zeitliche segnete…

  • Kirchenbuch von Köndringen

    Das Kirchenbuch von Köndringen
    begonnen von Pfarrer Andreas Heusinger
    Siegfried Peter

    Das erste Kirchenbuch der Kirchengemeinde Köndringen beginnt im Jahre 1594. In der Einleitung heißt es: „Kirchenbuch zu Künringen 1594 Andreas Heusinger, Pfarrer daselbst überanwortet. Darin zu schreiben die Namen der Getauften und derselben Gevatterspersonen, und die Namen deren Eheleuth und sonst denkwürdiger Sachen.“

  • Der Wöpplinsberg Heiner Eckermann

    Der Wöpplinsberg
    Heiner Eckermann

    In letzter Zeit wurde viel über den Wöpplinsberg und besonders über die dort ehemals vorhandene Kirche gemutmaßt, spekuliert und geschrieben. Wiederholt wurde er mit den Attributen „mystisch“, „magisch“ und heiliger Berg“ belegt. Mehrfach ist auch von einem keltischen Quellenheiligtum, das sich dort oben befunden haben soll, die Rede. Wer mehr wissen möchte, dem sei die informative und äußerst interessante Arbeit „Einst ein berühmter Wallfahrtsort …“ des Mundinger Pfarrers Dr. Christian Stahmann empfohlen. Nachzulesen im Jahrbuch des Landkreises Emmendingen für Kultur und Geschichte 21/2007, Seite 57 ff., oder im Internet „www.kirche-mundingen.de.“ In der folgenden kleinen Arbeit wird nun nicht über die Kirche, sondern ausschließlich über die Wöpplinsberger Höfe und deren Eigentümer, Pächter und Bewohner berichtet. Es handelt sich hierbei allerdings nur um eine grobe Übersicht. Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben…

  • Obstbau im Breisgau Siegfried Peter

    Obstbau im Breisgau
    Siegfried Peter

    Obstbau gibt es, seit die Menschheit existiert. Das wissen wir aus der Bibel und anderen schriftlichen Quellen, aber auch durch historische Funde. So bezeichnete der griechische Dichter Homer die Birne als eine Gabe der Götter. Schon vor mehr als 2.000 Jahren kannte man in Griechenland das Veredeln der Obstbäume, im Römischen Reich wurde in jener Zeit schon Apfelmost hergestellt…

  • Klosterarchäologie in Tennenbach

    Klosterarchäologie in Tennenbach
    Herbert Burkhardt

    Vor wenigen Monaten stießen Mitglieder der Hachberg-Bibliothek e. V. anlässlich der Recherchen nach einer ganz anderen Sache im Karlsruher Generallandesarchiv auf eine verborgene Notiz in sehr kleiner Schrift, deshalb kaum lesbar, aus dem Jahr 1806:

    Der Text liest sich so:
    Das Klostergebäude bildet ein rectangulum, dessen lange Seite 84 gute Mannsschritte u. dessen kurze Seite
    deren 70 bis 75 enthalten u. macht die Abtey und Clausur aus…

  • Eichbergturm-Richtspruch

    Eichbergturm-Richtspruch
    Herbert Burkhardt

    Verfasst zum Eichbergturm-Richtfest am 5.6.2002.
    Vorgetragen von den Zimmerleuten Heinrich und Uwe Büker

    Der Eichlaub-Kranz als frohes Zeichen
    grüßt weit ins Land von Turmes Höhe,
    wo ich nach altem Brauch der Zeiten
    als Zimmermann hier oben stehe.
    Zum Geburtstag unseres Bundesland
    „50 Jahre Baden-Württemberg“
    der Jubiläums-Turm im Rohbau stand,
    gelungen ist das Werk!…

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 06 – Dezember 2012

  • russische Weihnacht im Bleichtal

    Eine russische Weihnacht im Bleichtal
    (Josef F. Göhri, Bleichheim)

    Das zu Ende gehende Kriegsjahr 1944 sah den Breisgau – wie die Ortenau auch – der unausweichlichen Katastrophe zusteuern. Eine kleine Geschichte erinnert an jene schweren Zeiten, in der die Friedensbotschaft des Christfestes Fremden und Einheimischen Hoffnung und Liebe bescherte…

  • Geschichte des Schlüpfinger Hofes

    Zur Geschichte des Schlüpfinger Hofes

    – auch „Malterdinger Gut“ genannt –
    Rüdiger Keller
    (Quell-Artikel 2011 erstellt für den Geschichts- und Kulturkreis e.V., Malterdingen)

    Das Wissen über das heutige Hofgut, welches seit dem 15. Jahrhundert zu Malterdingen gehört, ist sehr lückenhaft. Allgemein wird angenommen, dass Schlüpfingen ursprünglich eine herrschaftliche Rodung und somit eigenständig war…

  • Fass von Ettenheimmünster

    Das große Fass von Ettenheimmünster
    Heiner Eckermann

    Berühmt und weltbekannt ist das „Heidelberger Fass“, das in den Jahren 1750 – 1751 gebaut wurde. Es hat ein Fassungsvermögen von 221 726 Liter und wird jährlich von 550 000 Menschen besucht. Völlig unbekannt und in Vergessenheit geraten ist dagegen das „Große Fass“ des Benediktiner-Klosters Ettenheimmünster. Der Pater Carolus Wild hat in seinem Jahrbuch (1710 – 1744) über dieses Fass berichtet…

  • Bleichheimer Glöckchen

    Odyssee eines Bleichheimer Glöckchens
    Josef F. Göhri

    Die alte Rathausglocke, dessen neu gegossene Nachfolgerin* am Sonntag feierlich im Rathaustürmchen ihren Platz fand, war in fast drei Jahrhunderten hinweg zu einem Teil der Bleichheimer Geschichte geworden. Nun darf sie in Pension gehen. Dort im Heimatmuseum wurde ein Ruheplatz für sie bereitet, um ihr inhaltsschweres Alter dem Besucher zu offenbaren. Ein weiter Blick zurück schildert ihren abenteuerlichen Weg durch 280 Jahre, auf dem die Freiherren von Kageneck als Geburtshelfer mitwirkten…

  • An der Kathedrale

    An der Kathedrale
    Hermann Schieck*

    Jeder Schlag der alten Glocken
    klingt nach Schmerzen und Frohlocken.
    Aus den hochgefügten Steinen
    starrt ein Lächeln, starrt ein Weinen.
    Frohen Engels Flügelschlag
    schwebt getrost aus fernem Tag
    ein in dieser Stunde Glanz.
    Schreckerfüllter Totentanz
    über sturmverwittertem Portal
    ist entängstigt, denn im Strahl
    späten Lichts sich Tauben wiegen,
    gurrend sie zufrieden liegen
    in des Todes harten Händen,
    daß sie Ruh zum Schlummer fänden.
    Und im Bann der Abendstunde
    geben Liebende sich Kunde.

    Jeder Schlag der alten Glocken
    klingt nach Schmerzen und Frohlocken.

    * Zahnarzt in Emmendingen
    * 1911 in Emmendingen
    † 1991 in Emmendingen

  • Belohnung des Jakob Enderle aus Landeck

    Aus: Großherzoglich Badisches Anzeige Blatt für den See, Donau, Wiesen- und Dreisam-Kreis.
    Nro. 25. Samstag, den 27. März 1813.
    Mit Großherzoglich Badischem gnädigstem Privilegio.
    _________________________________________
    Bekanntmachung

    Die Belohnung des Jakob Enderlin von Landeck betreffend K.D. Nr. 4569. Im letzten Spätjahre wurde Georg Markstaller von Landeck durch einen umgefallenen Hanfwagen in eine über 5 Schuh tiefe Mundinger Hanfreze geworfen, und hierin mit der Last des Wagens bedeckt. Der menschenfreundliche Jakob Enderlin von Landeck eilte sogleich zu Hülfe, sprang in die tiefe Hanfreze, zog nach vieler Mühe, Anstrengung und mit nicht geringer eigener Lebensgefahr den Verunglückten unter der Last des Wagens hervor, und war so der Retter seines Lebens, welches er ohne seine Hülfe ohnzweifelhaft verloren haben würde. Man sieht sich daher veranlaßt, die schöne That des Jakob Enderlin andurch öffentlich mit dem Anfügen bekannt zu machen, daß ihm hiefür von höherem Orte die verdiente Belohnung von 30 Gulden aus der Staatskasse abgereicht werde.

    Freyburg, den 23. März 1813. Großherzoglich Badisches Direktorium des Dreisamkreises.
    von Roggenbach vdt. Güllmann

  • Niederemmendiger Hanfreezen

    Niederemmendiger Hanfreezen um 1860

  • Verkauf einer Teninger Hanfreibe

    Verkauf einer Teninger Hanfreibe
    Herbert Burkhardt

    Quelle: „Großherzoglich-Badisches Oberrheinisches Provinzialblatt
    aus dem Jahre 1809“ unter „Kaufanträge“:
    Hanfreibe – Verkauf

    Aus der Jacob Schorischen Gantmasse zu Theningen wird bis Donnerstag, den 14. September Nachmittags 2 Uhr eine Hanfreibe mit Wohngebäude, Scheuer und Stallung unter Vorbehalt oberamtlicher Ratifikation an den Meistbietenden verkauft werden. Dieses Werk steht ausserhalb der Theninger Brücke an der Landstraße neben der Hammerschmidte, und giebt dem, ders gut betreibt, wegen dem starken Hanfkommerz zu Theningen, einen guten Verdienst. Kauflustige werden auf den Platz selbst eingeladen.

    Emmendingen, den 23. August 1809
    Oberamt Hochberg. R o t h .

  • Standort der Teninger Hanfreibe
  • Der Hanf kehrt heim

    Der Hanf kehrt heim
    (Leinen-Lumpen und ausgediente Schiffs-Seile als Rohstoff zur Papier-Herstellung)
    Herbert Burkhardt

    Die Niederemmendinger Papierfabrik J. P. Sonntag schrieb am 13. August 1873 an ihren Lumpen- Lieferanten Gebrüder Levy in Berlin:
    Ich bekenne mich zum Empfang Ihres Werthen vom 3. August und erhielt schon vor einigen Tagen auch von Mannheim aus die Mitteilung, dass die mir damit berechnete Sendung dorten eingetroffen und per Bahn an mich abgegangen ist. Vor 3 Tagen traf solche auch hier ein. Auf Reklamation der Polizeibehörden mußte ich diese aber hier stehen lassen, bis sie untersucht und desinfektioniert sein werden. Zugleich wurde mir bemerkt, dass die Einfuhr von Lumpen aus dem Norden gänzlich verboten werden wird, bis die Cholera wieder vollständig verschwunden ist, und dass ich eine weitere Sendung nicht mehr in die Fabrik abführen dürfte…

  • Schwere Zeiten in Maleck

    Schwere Zeiten in Maleck, auch im 1. Weltkrieg
    Hans-Peter Burget

    Im Zuge der knappen Lebensmittelversorgung ab 1915 wurden in Städten und Amtsbezirken pro 10.000
    Einwohner sog. Kommunalverbände eingerichtet. Sie hatten die Erfassung der produzierten Lebensmittel
    und Verteilung der Bezugsmarken zu überwachen 1)

    1) Frenske, H. u.a. Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, Bd. 3 Seite 226
    Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart, 19

  • Standort eines Malecker Haus

    Standorträtsel (um ein Malecker Haus) gelöst

    Im Rahmen des Kreisprojektes „Kleindenkmale im Landkreis Emmendingen“ fand im November 2012 im Malecker Dorfgemeinschaftshaus eine gemeinsame Informationsveranstaltung von Ortschaft und Hachberg-Bibliothek statt. Als deren Vertreter übergab Günter Schmidt obiges Bild an Ortsvorsteher Felix Schöchlin. Spontan war unter den Anwesenden der genaue Standort nicht zuzuordnen. Inzwischen ist das „Standort-Rätsel“ gelöst. Herr Gerhard Kern, Emmendingen, hat das „Haus mit dem Brunnen“ als sein ehemaliges Elternhaus identifiziert. das Bild zeigt den Blick in die Oberdorfstraße, von der Landstraße her gesehen. Herr Kern hat dazu ergänzend ein Gemälde (um 1920) sowie Fotos zur Verfügung gestellt. Das Haus mußte inzwischen einem Neubau weichen; der Brunnen ist noch vorhanden, jedoch ohne Aufbau.

    Hans-Peter Burget

  • Trinkwasser vom Hermannsbrunnen

    Trinkwasser vom Hermannsbrunnen für Köndringen
    Siegfried Peter

    Nach dem Abschluss der Rebflurbereinigung im Jahre 1975 ist der an der Kreisstraße 5115 zwischen Heimbach und Köndringen gelegene Hermannsbrunnen wieder als die ehemalige Tagungsstätte des Gerichts für den Vierdörferwald ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt worden. Zwar betraf die Flurbereinigung mit einer Fläche von 85 Hektar nur die Gemarkungen Köndringen und Mundingen. Seit dem 1. Januar 1975 gehört Heimbach zur Gemeinde Teningen und von dort, nämlich von Pater Donatus M. Leicher kam der Vorschlag, im Rahmen des Verfahrens diese historische Stätte aus dem Dornröschenschlaf zu wecken…

  • Nanu, Herr Meerwein

    Nanu, Herr Meerwein?
    Dass, wann und warum unser Landbaumeisterdrei Tage in Aschaffenburger Untersuchungshaft saß.
    Herbert Burkhardt

    „…nun musste ich schon 2 Nächte im Kerker zubringen als ein alter und dennoch lernbegieriger 63jähriger Mann, der seines Fürsten und Vatterland getreu worden, aller Bequemlichkeit und der Freyheit ganz entbehren. Und da das gestern aufgenommene Protokoll all dieses ebenfalls bestätiget, ersuche ich Euer Churfürstliche Gnaden dadurch unterthänigst und dringendst, sich aufs baldigste meines Arrestes gnädigst zu entlassen und mich meinen Verrichtungen, die mir ohnehin groß kummervoll genug sind, wieder zu geben. Damit ich aber meines gnädigsten Fürsten wegen dem was mir hier so ganz ohnverschuldet wiederfahren ist, möge Rechenschaft ablegen können, muß ich auch noch um eine vidimierte Abschrift des gestern geführt wordenen Protokolls unterthänigst bitten, das ich übrigens mit submissester Verehrung harre…

    Die Strenge des Gesetzes verlangte ein ausführliches Protokoll des Stadtamtes Aschaffenburg zur Vorlage beim Vizedomamt:
    Actum Aschaffenburg, den 26. Juni 1800
    Hrn. Stadtschultheißen Leo und Amtsrath Goers…
    Meerwein, angeblicher Landbaumeister von Emmendingen im Badischen
    pto. Ausmessung der hiesigen Mainbrücke…

  • Aus der Werkstatt des Hachberg-Mosaik

    Aus der Werkstatt des Hachberg-Mosaik
    Herbert Burkhardt

    Ein wesentlicher Teil der Veröffentlichungen im Mitglieder-Blatt der Hachberg-Bibliothek e. V. basiert auf neuen Forschungen und daraus gewonnenen Erkenntnissen. Neben zuverlässigen gedruckten Quellen sind in erster Linie Original-Belege aus zum Teil weit zurückliegender Zeit erforderlich, natürlich von Hand geschrieben. Deren Substanz macht erst einen spannenden Bericht aus. Um einmal darzustellen, wie solche handschriftlichen Archivalien oft aussehen können, hier eine Leseprobeaus C. F. Meerweins „Bittschrift“ vom 27.6.1800, [siehe Seite Nr. 17, letzter Abschnitt]

  • Hanf: für 300 Jahre die wichtigste Pflanze

    Hanf: für 300 Jahre die wichtigste Pflanze im Hachberger Land
    Siegfried Peter

    …Seit wann im Landkreis Emmendingen Hanf angebaut wird, ist urkundlich nicht belegt. Nachzuweisen ist lediglich ein gewaltiger Aufschwung nach dem Bauernkrieg. Eine der Ursachen dafür waren die „Basler Verträge“ von 1525, in denen Markgraf Ernst von Baden während des Bauernkrieges einer Forderung der Bauern nachgekommen war und den Kleinen Zehnten abgeschafft hatte. Dieser stand den Kirchen und Klöstern zu und erfasste alles was mit der Hacke bearbeitet oder im Garten angebaut worden ist. Trotz der Niederlage der Bauern hielt der Markgraf zunächst an diesem Vertrag fest…

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 07 – April 2013

  • Erinnerungen an Julius Ankele

    Erinnerungen an Julius Ankele zum hundertsten Todestag
    Herbert Burkhardt

    Im Nachruf anlässlich des Ablebens von Julius Ankele am 7. Mai 1913 schrieb das „Mannheimer Tagblatt“: „…er war kein Stürmer und kein Dränger, kein Phrasenmacher, kein Poseur, kein Aufschneider, kein Salonmensch. Sein gerades Wesen, kurz angebunden und frei von Manieren, hatte etwas von einem Holzschnitte, dem aber nicht die Wärme, nicht das Blut fehlte. Er ging seine eigenen Wege und kümmerte sich nicht viel um andere. Schwieg der Werktag, dann spitzte er sein Ohr auf die Stimmen des Sonntags, und es verging wohl kein freier Tag, den er nicht in der Natur, im Schwarzwalde zubrachte. Er kannte das Gebirge wie nur wenige…”

  • Fasnacht und andere heimische Bräuche

    Fasnacht und andere heimische Bräuche – gestern und heute
    Josef F. Göhri, Bleichheim

    In der Fasnetlandschaft des schwäbischalemannischen Raumes gibt sicher jeder Narr auf die Frage, ob man die Fasnacht, wenn es sie nicht gäbe, erfinden sollte, ein kategorisches Ja als spontane Antwort. Aber es stellt sich auch hernach die Frage: Brauchen wir die Fasnet in heutiger Zeit überhaupt noch. Ist sie noch zeitgemäß, wo sie manchmal da und dort auf der Bühne der Events den Anspruch erhebt, das Gelbe vom Ei zu sein. Ist der Grundgedanke des Narrseins an Fasnacht im ehrlichen Gemüt der Fasnachtstreibenden überhaupt noch vorhanden?…

  • Als die alten Zöpfe fielen

    Als die alten Zöpfe fielen Aus dem Leben des Wilhelm Leopold Sonntag,
    Gründer der Apotheke in Eichstetten.
    Herbert Burkhardt

    Nachdem in der Orts-Chronik von Eichstetten, Band 1 und 2, Wilhelm Leopold Sonntag als Gründer der Apotheke und deren Anfangsgeschichte ausführlich gewürdigt wurde (Dr. Th. Steffens), möchte der Emmendinger Chronist aus seiner Kenntnis der Sonntag-Dynastien noch Interessantes anfügen.
    Wilhelm Leopold Sonntag hatte vor seiner Eichstetter Zeit ein bewegtes Leben voller Höhen und Tiefen, viele geschäftliche Erfolge und leider auch zeitweise familiäre Rückschläge zu verzeichnen.
    Von Beruf Apotheker, erwarb er zusammen mit seinem vier Jahre älteren Bruder Engelhard Sonntag die Papiermühle in Höfen bei Schopfheim. Engelhard Sonntag war Papiermacher, welche Kunst er in der Markgräfl. Papiermühle zu Niefern bei Pforzheim erlernte und jahrelang ausübte…

  • Der Hof des Klosters Sölden

    Der Hof des Klosters Sölden in Mundingen
    Heiner Eckermann

    Im Jahre 1090 gründete der Heilige Ulrich in Bollschweil ein Frauenkloster. 25 Jahre später (1115) wurde dieses Kloster nach Sölden verlegt. Durch Schenkungen gelangte es alsbald zu einem beträchtlichen Besitz. Dazu gehörte auch ein Hofgut in Mundingen. Seit dem Jahre 1581 war das Kloster St. Marcus zu Sölden dem Kloster St. Peter im Schwarzwald unterstellt. 1598 wurde es dann in die Abtei St. Peter inkorporiert. Bereits im Tennenbacher Güterbuch von 1341 sind die Mundinger Besitzungen von Sölden durch Angrenzer-Nennungen wiederholt fassbar. Wie das Kloster zu diesem Hof gekommen ist, lässt sich aus den vorliegenden Akten nicht ersehen. Zu irgendeinem Zeitpunkt hatte man dann den Hof als solchen aufgegeben und die dazugehörigen Äcker, Matten und Gärten an verschiedene Lehensnehmer vergeben…

  • Emmendinger Marktgeschichte(n)

    Emmendinger Marktgeschichte(n)
    zusammengestellt und erläutert von Herbert Burkhardt

    Erst die herrschaftliche Verleihung der Marktrechte konnte in früheren Jahrhunderten einem aufstrebenden Ort die Möglichkeit zu einer gedeihlichen Entwicklung verschaffen. Die Marktrechte waren nicht unbedingt an den Besitz von „Stadtrechten“ gekoppelt. Diese Situation bestand in Emmendingen, das bis 1589 den Status eines Dorfes inne hatte.
    Die neuen Eigentümer der Markgrafschaft Hachberg, ab 1415, sahen gleich die Erfordernis einer solchen Einrichtung zur Aufwertung der Struktur, die bisher rein landwirtschaftlich und kriegstechnisch ausgerichtet war. Handel und Handwerk mussten in Bewegung kommen, kurz: die Einrichtung eines Marktes brachte allen Beteiligten dauerhafte Vorteile, sowohl der Herrschaft, als auch den Bewohnern.
    Somit erhielt das anno 1418 zum Marktflecken erhobene Dorf Emmendingen das Recht, jeden Mittwoch einen Wochenmarkt und alljährlich am Martinstag (11. November) einen Jahrmarkt abzuhalten…

  • D’ Liesel ufem Westend-Kriegspfad

    D’ Liesel ufem Westend-Kriegspfad
    oder: Die zweckentfremdete Milchkuh
    Bernd Hagenunger (aus seinem Buch „Rund um den Eichbergturm“)

    Fasent 1953: Wie alli Buebe hab halt au ich mit mine acht Johr Bosse im Kopf gha.
    Mir Burscht sin nach altem Brüch am Fasentmändig durch d Schtroße grännt un hän an alle Kaufläde gizg, gizig … gruefe. Ä bsunders Opfer isch immer Millerbeck gsi, der hän mr nie üsglo. Do isch immer ebis fir uns Burscht rüs gä wore. Sini Brätschle sin mr au hit noch die liäbschte.
    Un vun däm schene Schpiel eweg hab ich zum z Mittagässe go miäße. Des het mr zwar arg pfupferet. Aber ä rächts Fasents-Ässe hets gä, Herdepfelsuppe un üszogini Häfekiächli, wo mr im Fett bache het. Die sin denno noch mit Zimet un Zucker ipuderet wore. Des Ässe het mi schu ä weng besser gschtimmt…

  • Vor nunmehr 200 Jahren:

    Vor nunmehr 200 Jahren: Diebstahl in Gundelfingen

    Mittwoch Nachts den 27ten v. M. sind aus dem Engelwirtshause zu Gundelfingen durch zwey daselbst Nachtherberge suchende Personen, einer Manns- und einer Weibsperson, angeblich von Bleichheim, folgende Effekten entwendet worden:
    1. Ein gut barchetes Deckbett;
    2. Zwey ditto Kissen. Das Deckbett ist mit einem halbkelschenen Anzug mit großen Würfeln und etwas rothem Garne eingefaßt; desgleichen ist der Anzug des einen Kissen, der Anzug des andern Kissen ist halbblau und gedruckt…

  • Schattenseiten

    „Schattenseiten“
    Vorwort zum nachfolgenden Artikel über „Das Hütekinderwesen…“
    Herbert Burkhardt

    Verdingt, verdrängt, verschwiegen – in der Schweiz seit wenigen Wochen ein aktuelles Thema der Medien. Unser Nachbarland musste sich bei den Opfern offiziell entschuldigen.
    Es geht um tausende „Verdingkinder“, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein auf Bauernhöfen und in Heimen ausgebeutet wurden. Die ganze Sache ist noch nicht abgeschlossen…

  • Hütekinderwesen im badischen Schwarzwald

    Das Hütekinderwesen im badischen Schwarzwald
    Marie Schloß
    (Emmendingen/Karlsruhe)

    Wenn der Sommer gekommen ist und mit ihm dieSommerferien, dann zieht es Hunderte aus der staubigen, heißen Stadt hinaus nach den grünen frischen Schwarzwaldhöhen.
    Die Wangen der blassen Stadtkinder röten sich im Voraus in freudiger Erwartung. Ob man wohl den Hansjörg wieder treffen wird, den derben Hüterbub mit den roten borstigen Haaren, mit dem man sich vergangenen Sommer angefreundet hatte? In vielen jungen Herzen mag der geheime Wunsch erwachen, der auch die Sehnsucht meiner Kinderjahre gewesen ist: „Wenn ich doch auch so ein Hütekind wäre und draußen auf der Weide sein dürfte und so wenig lernen müsste!“ Diese Sehnsucht ist bei mir schon lange erloschen; aber mein Interesse an den Hütekindern ist geblieben. Deshalb habe ich auch die mancherlei Verhandlungen der letzten Jahre verfolgt…

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 08 – November 2013

  • Rebanlage des Weiherschlosses

    Rebanlage des Weiherschlosses bei Emmendingen

  • Die Reben am Weiherberg

    Die herrschaftlichen Reben am Weiherberg
    Erläuterungen zum Titelbild
    Herbert Burkhardt

    Das Titelbild (GLA 399/2848, Repro Peter Burkhardt) zeigt den Plan der Aussteinung bzw. Neuvermessung des herrschaftlichen Rebberges im Jahr 1735. Links ist die alte Straße (bis 1893) von Emmendingen nach Freiamt erkennbar, daneben das Trotthaus, heute noch an der Stelle wie vor fast 280 Jahren. Anno 1981 abgebrannt, 1982 im gleichen Stil wieder aufgebaut, wird es nach wie vor landwirtschaftlich genutzt.
    Das Weiherschloss, vormals eine befestigte und mit Mauern umgebene Wasserburg am Brettenbach wird in alten Urkunden bezeichnet als „Die Feste Snevelt bei Emmendingen“, „Zu dem Wyier“ oder „Schloss Schneefelden“ in Anlehnung an die seinerzeitige Besitzerfamilie „Snewelin zum Wiger“…

  • Wilhelm Deimling

    Wilhelm Deimling, Großherzoglicher Burgvogt und Domänenverwalter
    Herbert Burkhardt

    Christian Carl August Meerwein, Kreisrat (Sohn unseres Landbaumeisters Carl Friedrich Meerwein) schrieb in seinem anno 1822 bei Macklot erschienenen Buch „Grundstein zu einem Ehrendenkmal“ u. a.:
    „…dieser seit etwa einem Jahre, seinem Wunsche gemäß, zur Ruhe versetzte vieljährige Burgvogt der Herrschaft Hochberg und des Oberamts Emmendingen, welcher in früheren Jahren Herrschaftlicher Verwalter zu Staufenberg war und daselbst die, in jener Gegend seit Jahren statt findende, den Bemühungen des Freyhr. von Rüdt zu Hespengrund zu verdankende vorzügliche Rebkultur kennen gelernt hatte, benutzte diese seine Kenntnisse zur Verbesserung des Rebbaues in seinem Emmendinger Dienstbezirk auf eine rühmliche Weise dadurch, daß er den, eine 4tel Stunde hinter der Stadt gelegenen Herrschaftlichen Rebberg, der Weiherberg genannt, welcher über Abzug der Weege, Raine und Grasplätze, etwa 10 Morgen Rebgeländ enthält, vor etwa 10 Jahren nach und nach ganz neu anlegen, und denselben, mit den edelsten Traubensorten besetzen ließ, so daß dieser sehr schön gelegene Berg nun einen der ersten und vorzüglichsten Landweine liefert…

  • Geschichtliche Daten des Weiherschloss

    Geschichtliche Daten des Weiherschloss
    oder Schloss Schneefelden

    1318: Erste schriftliche Erwähnung im Besitz der Freiburger Johanniter;
    1323/1325: Der Ritter Konrad Dietrich Snewlin erwirbt Gebäude und Liegenschaften von den Johannitern;
    1331: Kauf von 10 Juchart Reben zu Emmendingen, ob dem Kalchofen gelegen, vom Kloster Tennenbach mit Genehmigung des Markgrafen Heinrich III.;…

    1885: Verkauf der Liegenschaft Weiherschloss an das Land Baden zum Bau einer Heil- und Pflegeanstalt.
    1887: Auf dem Gelände entstehen die ersten Gebäude der Heilanstalt; 
    2013: Das Weiherschloss von 1757 ist nach bester Instandhaltung fester Bestandteil des ZfP (Zentrum für Psychiatrie).

  • Der Weinbau im Breisgau

    Der Weinbau im Breisgau drang bis zur heimischen
    Industrie und Handel durch
    Herbert Burkhardt

    Obergeschoss des sogen. „Stuckschen Hauses“, Landvogtei Nr. 6, in welchem sich
    von 1925 bis 1952 die Produktions-, Lager- und Verwaltungsräume der Metallwarenfabrik Otto Sick befanden.


    Sick war Hersteller von Maschinen und Geräten für den Weinbau und die Kellerwirtschaft. Neben den
    vielseitigen Eigenprodukten betrieb die Firma einen erfolgreichen Großhandel für Kellereibedarf…

  • Weinbau in Emmendingen

    Weinbau in Emmendingen
    Ernst Hetzel

    Auch in Emmendingen wurde Wein schon in früheren Jahrhunderten angebaut. Die Geschichte des Weinbaus in unserer Stadt ist zwar noch nicht im einzelnen erforscht. Jedoch begegnet man in alten Urkunden, Güterbüchern und Ratsprotokollen den Reben immer wieder, sei es am Schloßberg, auf der Burg, am Kastelberg oder am Weiherberg…

  • Geschichte des Weinanbaus in Köndringen

    Geschichte des Weinanbaus in Köndringen
    Siegfried Peter

    Wein und Kultur gehören seit Jahrtausenden zusammen. Das bestätigt uns ein Blick in die Geschichte. Die älteste schriftliche Erwähnung vom Weinbau findet sich in der Bibel, und zwar, nachdem Noah nach der Sintflut die Arche verlassen hatte. Da heißt es im 1. Buch Mose, Kapitel 9, 20. Vers: „Noah aber fing an und wurde ein Ackermann und pflanzte Weinberge.“ Die Begriffe Wein, Weinbau oder Weinberg sind in der Bibel mehr als 500 Mal erwähnt. Das erste Wunder von Jesus, von dem berichtet wird, ist die Verwandlung von Wasser in Wein bei der Hochzeit zu Kana…

  • Tennenbach und Freiburg uneins über Weinverkauf

    Tennenbach und Freiburg uneins über Weinverkauf
    Annerose Bauer

    Wohl Edel gebohrne, wohl Edel, Gestreng und Hochgelehrte, Edel höst, Ehren höst, fürsichtig und Wohlweyser, Hoch- und villgeehrte Herrn Nachbarn.
    Muß bekennen mit sonderem Befrembden von meinem Schaffner zu Freyburg Johann Conradt Meyern vernommen zu haben, welche Gestalten er den 6. May auf löblich Gottshaus berufen und ihm bey 10 Kronen Strafe verbotten worden seye, dass er kein Wein mehr aus dem Thennenbachischen Keller weder Viertel noch Saum weis verkaufen = sondern wan der Wein feil, man solchen gleich dene Margräflern auf dem Markth zu versilbern fürhen solle…

  • Hintergründe.

    Hintergründe zum Weinstreit Tennenbach /Freiburg
    Herbert Burkhardt

    Freiburg im Breisgau unterstand von 1677 bis 1697 der Krone Frankreichs, galt also als französische Stadt. Durch diese und die folgenden unruhigen Jahre entstanden immense Geldschulden, die sich bis 1717 auf über 300.000 Gulden anhäuften.
    Freiburg musste also sparen bzw. Gelder eintreiben, zumal sich Anfang des 18. Jh. eine rege Bautätigkeit zeigte als Folge der nun einsetzenden wirtschaftlichen Erholung, die mit der Friedenszeit und mit der staatlichen Reformtätigkeit der nunmehr wieder regierenden Habsburger zusammen hing…

  • Fundstücke – Kleindenkmale

    Fundstücke – Kleindenkmale und große Wirkungen
    Hans-Peter Burget

    Dass die Aufnahme von sog. Kleindenkmalen im Landkreis interessante Ergebnisse auch für die eigene Arbeit bringt, ist sicherlich der wichtigste Beweggrund für die Hachberg – Bibliothek, sich daran und speziell im Stadtgebiet Emmendingen und in den zugehörigen Ortschaften zu beteiligen.
    Die konkrete Umsetzung im Ortsteil Maleck war der Ausgangspunkt der folgenden Geschichte, die voller Zufälle und Überraschungen steckt…

  • Hundert Jahre Lourdeskapelle Bleichheim

    Hundert Jahre Lourdeskapelle Bleichheim, 1913-2013
    Josef F. Göhri

    Wenn wir heute die hundertjährige Grundsteinlegung unserer Lourdeskapelle feiern, sollte man annehmen, auf eine ausführliche Baugeschichte zurückgreifen zu können.
    Bedauerlicherweise müssen wir unsere Erwartungen in dieser Hinsicht jedoch etwas zurückschrauben. Es gibt hierzu wenige schriftliche Hinweise und so gut wie keine Zeitzeugen mehr.

  • Holzfrevel im Tennenbacher Wald

    Holzfrevel im Tennenbacher Wald
    Heiner Eckermann

    Im Juli, anno 1790, machte sich der Mundinger Bürger und Bauersmann Michael Seiler in den Waldungen des Klosters Tennenbach zu schaffen. Er war gerade dabei seinen Brennholzvorrat auf illegale Art und Weise etwas aufzustocken, als er von dem Tennenbacher Forstaufseher Laienbruder Georg unversehens überrascht wurde. Dieser stellte den Holzdieb zur Rede und versetzte ihm einige empfindliche Stockschläge. Später behauptete Bruder Georg, er habe den Michael Seiler nur mit wenigen und darüber hinaus auch schwachen Schlägen traktiert…

  • Rede des Abgeordneten Julius Schüler

    Rede des Abgeordneten Julius Schüler 1903 im
    Reichstage über den Weinbau und Weinhandel
    (Q. „Breisgauer Nachrichten vom 3. März 1903,Transkript G. Schmidt)

    Es gibt eine ganze Reihe von Schädlingen,welche den Fortbestanddes deutschen Weinbaues, dieses wichtigen Zweiges der Landwirtschaft, bedrohen. Gegen einen der wesentlichsten Schädlinge, die Reblaus, haben wir den Kampf vor einigen Tagen hier im Reichstage geführt. Gegen andere Schädlinge wehrt sich der Weinbauer fortgesetzt mit allen Mitteln, welche ihm die fortschreitende Chemie an die Hand giebt. Aber es giebt leider noch eine dritte Art von Schädlingen, welcher mit allen diesen Mitteln nicht beizukommen ist: das ist der unreelle Weinhandel.

  • Schulordnung für die Kinder

    Schulordnung für die Kinder des Großherzogthums Baden
    (um 1845)

    § 1: Die Kinder haben pünktlich zur bestimmtenZeit, an Körper und Kleidung reinlich und anständig und mit den erforderlichen Schulsachen versehen in dem Schulzimmcr zu erscheinen, sich sofort an ihre Plätze zu setzen und alles zum Unterricht Nöthige in Bereitschaft zu legen…

  • Gundelfinger Fischfrevel

    Gundelfinger Fischfrevel anno 1530
    Annerose Bauer

    (Quelle: Stadtarchiv Freiburg; Textübernahme aus Dokument C 1 Fischerei 2 Nr. 7,)
    „Fischfrevel im Gundelfinger Moos durch den minderjährigen Sohn
    des Vogtes Johann Schauring anno 1530“
    (Fürbitte-Brief des Vogtes und Landschreibers zu Hochburg)

    Adressiert an:
    Den Edlen besten Fürsichtigen Ersamen und wisen Bürgermeister und Rhatt der Statt Friburg im Brißgaw, meinen günstigen lieben Herren und guten Freunden.
    Das Schreiben:
    Dem besten Fürsichtigen Ersamen Günstigen Hohen Herrn und gute Freunde als sey zuvor mein krüntlich Dienst mich bericht meines gnedigen Fürsten und Herren Vogt zu Gundelfingen, wie sein Son wider sein Willen und Gebott zum waren Wasser im Moos gefischt hat, darinnen der Vischer von ihme eine mergliche Schwere vom Knab erfordere…

  • Herbstordnung im Amte Durlach

    Herbstordnung im Amte Durlach (von 1834)
    wie sie im „Landwirtschaftlichen Wochenblatt für das
    Großherzogthum Baden“ mehrfach veröffentlicht wurde

    I. § 1. Anfang des Herbstes:
    Den Anfang des Herbstes bestimmt der Gemeinderath einer jeden Gemeinde,
    a) nach Besichtigung des Rebberges durch eine Kommission, bestehend aus zwei Gemeinderathsmitgliedern, zwei der größten und zwei der kleinsten Weinbergbesitzer, und zwei (die Weinküfer repräsentierenden) Wirthen, endlich der einzuladenden Zehntherrschaft oder deren Stellvertreter…

  • Nachsommer

    Nachsommer
    A. Huggenberger

    Vorbei der Lärm des Ernteschmauses,
    Still steht der Pflug im Stoppelfeld,
    Und vor dem Tor des Sommerhauses
    Hat schon der Herbst sich eingestellt.

    Zwar will er noch bescheiden warten,
    Er will nicht sogleich König sein,
    Doch sah ich Astern blühn im Garten,
    Die locken ihn bestimmt herein.

    So nehmt noch, was an lieben Dingen
    Der Sommer seinen Freunden beut!
    Es ist nicht aus der Welt zu bringen:
    Bestand hat nur Vergänglichkeit.

  • Eine Amtsvormundschaft

    Eine Amtsvormundschaft im Großherzogtum Baden
    Siegfried Peter

    Am 30. Oktober 1868 machte der damalige Köndringer Pfarrer Karl Ludwig Wagner im Kirchenbuch folgende Eintragung: „Ein Krebsschaden in dieser Gemeinde ist die große Anzahl unehelicher Kinder“. Wer nun glaubt, in Köndringen sei zu jener Zeit die Moral besonders schlecht gewesen, irrt sich. Nach statistischen Unterlagen waren in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Großherzogtum Baden etwa ein Vierteil aller Geburten unehelich. Als ein Grund dafür wird in Untersuchungen zu diesem Thema die damalige soziale Lage der Bevölkerung angegeben. Noch im Jahre 1850 waren weniger als fünf Prozent der Bevölkerung in der Industrie beschäftigt. Knechte, Mägde, Tagelöhner und Heimarbeiter aber waren zu arm, um zu heiraten und einen eigenen Hausstand zu gründen. Es gab damals tatsächlich den Begriff vom „Armenzölibat“. Andere sehen in den nichtehelichen Geburten einen Protest der jungen Frauen und Männer gegen die Bevormundung durch die Obrigkeit, die Kirchen und die Eltern. Wie pragmatisch die Menschen und die Behörden im ehemaligen „Muschderländle

  • Die Schreibhand

    Neu im „Hachberg-Mosaik“: Die Schreibhand . . .

    möchte auf Faximile-Ausdrucke handgeschriebener Texte (oder Schriftproben davon) hinweisen.
    Ein Beispiel aus dieser Ausgabe, Seite 09:

  • Der Schatz im Weinberg

    Der Schatz im Weinberg

    Ein Winzer der im Tode lag,
    Rief seine Kinder all und sprach:
    „In unserm Weinberg liegt ein Schatz.
    Grabt nur danach!“ An welchem Platz
    schrie’n Alle laut den Vater an.
    „Grabt nur!“ O weh, da starb der Mann…

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 09 – Februar 2014

  • Sanierung von Kellerei und Zehntscheuer

    Sanierung von Kellerei und Zehntscheuer der Markgräflich-Hochbergischen
    Burgvogtei Emmendingen anno 1731

    Emmendingen um 1850:
    Über Generationen war der Zehntscheuer-Komplex ein stattlicher Blickpunkt in der Stadtmitte (Ausschnitt aus einem Gebäudeplan von ca. 1850; ). Markgraf Karl Wilhelm ratifizierte persönlich durch seine Unterschriften auf den Original-Bauplänen die Sanierung von Kellerei und Zehntscheuer der Markgräflich-Hochbergischen Burgvogtei in Emmendingen am 13. Februar 1731.

  • Wein-Versteigerung

    Wein-Versteigerung

    Amtliche Veröffentlichungen im „Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-, Donau-, Wiesen- und Dreisam-Kreis“

    Bey der hiesig Großherzogl. Badischen Burgvogtey, sind hienach bemerkte rein und gut gehaltene alte Weine von vorzüglichem Gewächs zum Verkauf ausgesetzt, welche an unten bestimmten Tagen gegen gleich baare Bezahlung öffentlich versteigert werden, und zwar:

  • Lagerfässer-Verpachtung

    Lagerfässer-Verpachtung

    (Emmendingen) Donnerstag, den 3. Oktober 1844, Vormittags 10 Uhr wird der größere Theil des hiesigen
    herrschaftlichen Kellers mit 50 Stück in Eisen gebundenen Lagerfässern, ca. 4200 neue Ohm haltend, in 2
    Abtheilungen bei der unterzeichneten Stelle auf mehrere Jahre öffentlich verpachtet werden.
    Sodann werden den 3. Oktober, Nachmittags 2 Uhr, in dem vormaligen herrschaftlichen Zehntkeller zu
    Bahlingen, 10 Stück in Eisen gebundene Lagerfässer, 212 Ohm haltend, dem Verkaufe ausgesetzt werden.
    Emmendingen, den 14. September 1844
    Großherzogl. Domainen-Verwaltung, Hoyer

  • Großherzogliches Kellerrecht

    Großherzogliches Kellerrecht

    In einer der Ausgaben des „Breisgauer Sonntagsblatt“ von 1903 steht folgende Notiz:
    In dem Hofe des Weinhändlers Wertheimer in Emmendingen, welcher seinerzeit die Großherzoglichen Domänenkellereien kaufte, befindet sich an der Kellerhalstüre eine hölzerne Tafel mit dem badischen Wappen oben angemalt und darunter steht:
    Wie nicht ohn Ordnung kann bestehen, in diesem Fürstenkeller hier, so soll es richtig auch zugehen, drum lese was ich melde dir, kein Zanken, Fluchen oder schwören, will man in diesem Keller hören, kein Pfeifen, Johlen und Tournieren, kein Faß mit Fingern anzurühren. Daß nichts Unziemliches gehe vor, steht diese Taffel hier empor,…

  • Alter Spruch

    Alter Spruch

    der erste becher vol, den man trinkt, der gehört zuo dem Durst;
    der ander zuo frewden; der dritt zuo dem glust;
    der vierdt zuo der trunckenhayt; der fünfft zuo zorn;
    der sechst zuo zancken und kriegen; der siebendt zuo grymigkeit;
    der acht zuo dem schlaff; der neündt zuo siechtagen.

  • Das Trotthaus

    Das Trotthaus auf dem „Anstalts“-Gelände

    Das „Trotthaus“ auf Windenreuter Gebiet, hart an der Gemarkungsgrenze zu Emmendingen, war Ausgangspunkt der einst bekannten „Weyherberger“ Weiß- und Rotweine. Es gehörte zum Gesamt-Areal des Weiherschlosses.

  • Früchte- und Wein-Versteigerung

    Früchte- und Wein-Versteigerung

    Freitag den 8. k. M. Juli Morgens 9 Uhr werden ab dem hiesig herrschaftlichen Fruchtspeicher
    800 Sester Waizen,
    1200 Roggen,
    500 Gersten und
    400 Haber,…

  • Vollherbst

    Oft kam ein Vollherbst unerwünscht
    Günter Schmidt

    In der Feudalzeit kam es vielfach vor, daß die Fasskapazitäten nicht ausreichten, wenn nach einem weinreichen Jahrgang erneut ein solcher anstand. In diesen Fällen verlangte die Obrigkeit, daß in den Gaststätten usw. so lange nur Zehnt- und Herrschaftswein ausgeschenkt werden durfte, bis die Feudalkeller für den anstehenden neuen Jahrgang wieder genügend Lagermöglichkeiten boten…

  • Weintrinken als Frondienst

    Weintrinken als Frondienst
    Eine Geschichte aus dem alten Elsass

    Bekanntlich brachte das Jahr 1539 einen solchen Weinsegen, dass die Fässer nicht reichten. Das folgende Jahr 1540, das überaus heiss und trocken war, ließ einen Wein heranreifen, von einer Köstlichkeit, wie ihn seit Menschengedenken niemand genossen hatte. Im Breisgau benutzte man zum Eichen der Fässer den 1539er Wein, da es nur spärlich Wasser gab…

  • Eisenbahntransporten

    Die Gefährdung von Eisenbahntransporten betreffend

    Nach Mitteilung der Großherzoglichen Generaldirektion der Badischen Staatseisenbahnen mehren sich in letzter Zeit in auffallender Weise die Fälle, in denen von Kindern oder jungen Leuten mit Steinen nach fahrenden Zügen geworfen wird…

  • Uf d’r Bruck

    Uf d’r Bruck

    Schteht ä Knäggis uf d’r Bruck’
    Kann kum über’s G’länder schaue,
    Buggt sich vor, un widder z’ruck,
    Will vun dert uf d’Gleiser schpaue…

  • Berufspendler

    Berufspendler Tennenbach – Kiechlinsbergen
    Annerose Bauer

    Großherzogliche Hochpreißliche Regierung

    Der Unterzogene, um seiner Amtsgemeinde Kiechlinsbergen näher zu seyn, bittet gehorsamst, ihm hochgnädig bewilligen zu wollen, seinen Wohnsitz in Endingen bis zur eintretenden Organisation aus nachstehenden Gründen nehmen zu dürfen:…

  • Der Snewli-Hof in Mundingen

    Der Snewli-Hof in Mundingen
    Heiner Eckermann

    Am 12. Dezember anno 1356 veräußerte Johann Stehelli, ein Bürger von Freiburg, seinen Hof in Mundingen, den sogenannten „Snewli-Hof“, an das Kloster Tennenbach. Vorbesitzer dieses Hofgutes waren die Snewlis von Freiburg, daher der Name „Snewli-Hof“. Der Verkauf fand „vor dem offenen Gericht unter der Richtlaube“ in Freiburg statt. Erschienen waren zu einem Teil Johann Stehelli (Verkäufer) und zu dem andern Teil der Ehrwürdige Geistliche Herr Johannes Lepus, Abt von Gottesgnaden des Klosters Tennenbach (Käufer). Der Kaufpreis betrug achtundvierzig Mark lötigen Silbers…

  • Schützen-Buche Windenreute

    Die Schützen-Buche in Windenreute
    Herbert Burkhardt

    Die Forschungen gehen weiter…
    und dabei ergeben sich oftmals nach fast einem Vierteljahrhundert neue, oder besser, genauere Erkenntnisse. In diesem Beispiel geht es um die Schützenbuche im Windenreuter Wald, über die der Emmendinger Heimatkalender bereits 1991 berichtete. Ein Spaziergang führt uns vom Wannenweg bzw. vom Friedhof in den nahen Wald zum Viehlägerweg. Kurz bevor dieser nach links abgeht zu den „Fuchslöchern“ hin, steht rechterhand, etwas erhöht, eine große alte Buche. Im Dreikaiserjahr 1888 wurde in ihre Rinde ein kleines Kunstwerk geschnitten, das inzwischen völlig verwachsen und kaum mehr leserlich ist…

  • Wein schönen

    Wie man einen Wein schönen thut
    aus dem Rezeptbüchlein eines „dermahligen Küferknechts“
    Günter Schmidt

    Das „Rezeptbüchlein“ kam als „Findling“ in die Hachberg-Bibliothek. Leider sind nur noch 21 „Rezepte“ vollständig erhalten. Doch auch diese sind für heutige Weinliebhaber amüsant zu lesen, denn sie geben einen Einblick in die damalige „Wein-Alchemie“. In dieser Ausgabe wurden das Deckblatt und zwei Teilseiten im Original (verkleinert) abgebildet sowie die Originaltexte von Rezept No.1 bis No.7 abgedruckt…

  • Kulturpreisverleihung an Bernd Kellner

    Kulturpreisverleihung an Bernd Kellner

    Am 20. November 2013 wurde mit einem Festakt in der Steinhalle der Kulturpreis der Stadt Emmendingen an Bernd Kellner verliehen, der ihn mit dem Musikzug des Goethe-Gymnasiums, Ort seiner früheren Tätigkeit, teilt. In seiner Erwiderung auf die Laudatio von Hans-Jörg Jenne („ein Unterstädtler hilft dem anderen!“) brachte Bernd Kellner, außer dem Dank an alle, ohne die er diese Auszeichnung nicht hätte erhalten können, auch seine Meinung zum Ausdruck, dass die Arbeit der Hachberg-Bibliothek im besten Sinne unserer Verfassung als „subsidiarisch“ aufzufassen sei, und welche Hilfe dies für den Verein bedeuten müsse.Hier seine Rede…

  • Weinkauf-Empfehlung

    Weinkauf-Empfehlung
    (Volksmund)

    „Wenn der Fisch schwitzt und runzelt
    Und der Weinbauer schmunzelt,
    Und die Schiffer machen lange Schnuten,
    Dann gibt’s Guten.
    Wennn aber die Schiffer triumphieren
    Und die Gasthofkellner frieren
    Und die Winzerstirn legt sich in Falten
    Dann kauft alten . . .“

  • Wein- und Hefe-Verkauf

    Wein- und Hefe-Verkauf

    (Emmendingen) Freitag, den 6. September d. J., vormittags 10 Uhr,
    werden bei unterzeichneter Stelle
    ca. 60 Ohm
    1834er, 1840er und 1842er weiße und rothe Weiherberger Weine,
    sowie einige Ohm Weinhefe öffentlich versteigert werden.
    Emmendingen, den 22. August 1844
    Großherzogl. Domainen-Verwaltung, Hoyer

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 10 – Dezember 2014

  • Titelseite
  • Grußwort

    Aus den Anfängen des ,,Arbeitskreises Heimatkunde‘‘ in Emmendingen entwickelte sich im Lauf der Jahrzehnte die Hachberg-Bibliothek,
    die sich vor vier Jahren zum heutigen, eingetragenen und gemeinnützigen Verein „Hachberg-Bibliothek“ gewandelt hat.
    Die Stadt hat schon zu Zeiten des Archivars Ernst Hetzel eine gute Zusammenarbeit gepflegt und auch die bisher erschienen Ausgaben der
    Vereinszeitschrift „Hachberg-Mosaik“ mit Dank erhalten und mit Interesse zur Kenntnis genommen. Verbunden mit der Vorstellung, dass diese
    Arbeitsergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten, gratuliere ich der Redaktion zur 10. Ausgabe und wünsche
    der „Hachberg-Bibliothek“ für die Zukunft weiterhin alles Gute!

    Stefan Schlatterer
    Oberbürgermeister

  • Emmendinger Steinbrüchen

    Exkursion zu den ehemaligen Emmendinger Steinbrüchen
    Führung und Referat: Herbert Burkhardt

    Steinbruch Vogelsang (oberhalb Kreiskrankenhaus/Gartenstraße/Friedhof). Der „Hochberger Bote“ hielt anno 1885 seine Leser über die Bauarbeiten auf dem Laufenden: „Jetzt gehen die Bauarbeiten der Irren-, Heil- und Pflegeanstalt schnell voran. Die Fundamente der Umfassungs- und Zwischenmauern des Zentralbaues sind bis auf Bodenhöhe nahezu aufgemauert. Eine größere Anzahl Maurer wird beschäftigt und die Steinbrüche der Umgegend werden zur Gewinnung von Mauersteinen eifrigst betrieben. Der von den betreffenden Bauunternehmern neu eröffnete Steinbruch im Emmendinger Stadtwalde ist, wie nach den gemachten Probeversuchen nicht anders zu erwarten war, recht ergiebig ausgefallen. Eine kunstgerecht angelegte Rollbahn mit Lokomotivbewegung zwischen dem Anstaltsgelände und dem Steinbruch im Stadtwald ist hergestellt und in Betrieb gesetzt…“.

  • Boehle Anekdoten

    Boehle – Anekdoten
    Herbert Burkhardt

    …Eines Tages kam ein Freund Boehles zu dem Maler
    und bat ihn, ein Bild, das er gemalt, aber nicht
    bezeichnet hatte, noch nachträglich mit seinem
    Namen zu versehen, weil er in Geldverlegenheit sei
    und es gern verkaufen wolle. Mit dem Namen
    Boehles aber sei es bedeutend wertvoller. Als alles
    Bitten und Betteln nichts half, ging der Freund.
    Er war schon an der Türe, da rief Boehle ihm nach:
    „Unn was de jetzt denkst, des du ich erst recht net!“…

  • Emmendinger Unterstadt

    Abschied in der Emmendinger Unterstadt – ein Bild erzählt
    Bernd Kellner

    Es ist anfangs der 20er Jahre. Bevor das heute noch bestehende Tankstellendach an der Karl-Friedrich-Straße bei der Autoreparatur-Werkstätte „Steinle“ 1936 errichtet wurde, befand sich dort seit 1866 die Bierbrauerei und Schankwirtschaft Christian Hodel, mit einem riesigen Kastanienbaum im Biergarten…

  • Die letzte Hinrichtung

    Die letzte Hinrichtung auf dem Emmendinger Hochgericht
    Herbert Burkhardt

    Es war im Jahre 1827, die Anfänge der Industrialisierung in unserer Gegend nahm gerade ihren Anfang. 17 Jahre später fuhr die erste Eisenbahn nach und durch Emmendingen. Der Scharfrichter versah vermutlich zum letzten Mal in unserer Stadt sein dramatisches Amt. Obwohl bei solchen Gelegenheiten die Richtstätte von Hunderten Schaulustigen umlagert war, gibt es kaum mündliche Überlieferungen von Zeitzeugen. Man muss sich lange in Geduld üben, um in den Archiven Informationen über Todesstrafen in unserer Gegend zu finden. Der friedliche Alemanne schwieg über dieses Thema. Und ließ „Gras darüber wachsen“…

  • Le complot d’amour de Geisberg

    Le complot d’amour de Geisberg
    [Das Liebeskomplott am Geisberg]
    Eine Nachkriegsepisode aus Schweighausen

    Während der Jahre von 1945 bis 1952, als Lahr und das Schuttertal zum französischen Besatzungsgebiet gehörten, waren die auf Gemarkung Schweighausen am Geisberg gelegenen Wochenendhäuser vom französischen Militär beschlagnahmt. Die Skrebba-Hütte wurde von Kreisgouverneur Baron de Rendinger und die benachbarte Nestler-Hütte von dem Kommandanten des Lahrer Flugplatzes, Colonel Colin, gelegentlich bewohnt. Wie unschwer zu erraten ist, dienten die beiden abgelegenen Waldbehausungen dem ungestörten Zusammensein der Offiziere mit ihren Geliebten.,,

  • E beeses Bad

    E beeses Bad
    Fritz Broßmer, Ettenheim

    Dr Vögilisepp fahrt in d’Kahleberggaß mit sine zwei Ochse un mit-eme Faß, wu e kräftigi bruni Brüeh drin schwimmt, diä isch für e wichtiger Zweck awer bschtimmt…

  • Johann Peter Hebel und Emmendingen

    Johann Peter Hebel und Emmendingen
    Aus einem Vortrag von Prof. Dr. Volker Schupp
    (der Festschrift: „10 Jahre Kulturkreis Emmendingen 1982-1992“ entnommen,
    mit freundlichem Einverständnis des Autors)

    „Der Mensch hat wohl täglich Gelegenheit, in Emmendingen und Gundelfingen so gut als in Amsterdam, Betrachtungen über den Unbestand aller irdischen Dinge anzustellen, wenn er will, um zufrieden zu werden mit seinem Schicksal, wenn auch nicht viel gebratene Tauben für ihn in der Luft herumfliegen.“
    So beginnt Hebels berühmteste Kalendergeschichte: „Kannitverstan“. Und kann man also täglich überall zufrieden werden, so ist doch von den drei genannten Orten anscheinend Emmendingen dazu besonders geeignet…

  • Hohe Eichholz

    Das „Hohe Eichholz“ in Mundingen
    Heinrich Eckermann

    Der Mundinger Walddistrikt „Eichelshalde“ hieß früher „Hohes Eichholz“ und gehörte dem Kloster Tennenbach.
    Im Tennenbacher Güterbuch, Seite 365 (Sp. 861) wird dieser Klosterbesitz ausführlich beschrieben. Eingangs heißt es dort: Item bona, que dicuntur daz ober eicholz und daz under dem obern velde sita. (Weiterhin das Gut, welches das Ober Eichholz genannt wird und das unter dem oberen Feld liegt.) Das „obere Feld“ bezieht sich auf die damalige Dreifelderwirtschaft. An anderer Stelle wird dieser Besitz mehrmals als das „Hohe Eichholz“ bezeichnet. Es handelt sich hierbei um einen Wald mit einer Fläche von ungefähr 60 Juch (ca. 21 Hektar)…

  • Ziegelhütten in Teningen

    Ehemalige Ziegelhütten in Teningen
    Siegfried Peter

    Bis in das 20. Jahrhundert waren Ziegel, in Süddeutschland unter dem Namen Backsteine bekannt, einer der wichtigsten Baustoffe auf der ganzen Welt. Wo die Erde das dafür benötigte Material hergab entstanden Ziegeleien. In der Gemeinde Teningen erinnern die Gewann- und Straßennamen „Ziegelacker“ und „Ziegelhütte“ (Heimbach), „Ziegelscheuer“ (Köndringen) und „Ziegelbreite“ (Nimburg) an das früher hier ansässig gewesene Handwerk…

  • Spuren eines Krieges

    Spuren eines Krieges
    Ein Dorf im Unteren Breisgau im Ersten Weltkrieg 1914-18
    Josef F. Göhri

    Der I. Weltkrieg war mit der Kriegserklärung des kaiserlichen Deutschlands am 01. August an Russland und am 03. August 1914 an das mobilisierte Frankreich ohne Zweifel die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.
    Es ist klar, dass das deutsche Kaiserreich im Sommer 1914 zu den maßgeblichen Akteuren zu rechnen war, aber in keinem Fall allein die Verantwortung trug. Hundert Jahre nach Kriegsausbruch überschwemmt eine Flut von Publikationen den Medienmarkt und nach all den Jahrzehnten steht noch immer die Frage im Raum, warum der Krieg so begonnen hat und verlaufen ist, wie die Geschichte es zeigt…

  • Napoleon

    Und wieder war Napoleon schuld
    Ernst Georg Lydtin, ein Stück Kaiserstühler Winzergeschichte
    Annerose Bauer

    Mit einer Radtour „Rund um den Kaiserstuhl“ fing alles an:, bzw. auf einem Rastplatz gleich hinter Ihringen, rechts nach der Straßenabzweigung nach Achkarren. Dort ist auf einem Granitblock eine Erinnerungstafel an den Ihringer „Oberwundarzt und Hebarzt“ Ernst Georg Lydtin angebracht, die ihn auch als Pionier des Weinanbaues ausweist, der Reben aus Süditalien auf Ihringer Vulkangestein (Tephrit) mit großem Erfolg anbaute. Diese Tafel ersetzt eine frühere, deren Bild in der Ihringer Gemeindechronik von 1962 abgedruckt ist und weitere Informationen zu Ernst Georg Lydtin enthält. Neugier kam auf; die Recherchen begannen:..

  • Der Wein

    Der Wein
    Wickram, Jörg (im Jahre 1555)

    Der Wein aber gibt solche krafft,
    Mans hertz er einem zagen schafft,
    Freidig und fraeuel macht der Wein
    Den, so vor ist trostmutig gsein.
    Die weinenden macht er zulachen,
    Die lamen kan er dantzen machen.
    Die stilschweigenden macht er singen,
    Die faulen macht er burtzeln, springen.
    Dann Wein stercket menschliches hertz
    Vertreibt all armut, wehtag, schmertz,
    Des menschen hertz der Wein erfrewt
    Wie uns der Psalmist gibt bescheit.
    Drumb glaub ich der Wein geschaffen sey,
    Das wir uns des gebrauchen frey.

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 11 – August 2015

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 12 – Dezember 2015

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 13 – August 2016

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 14 – November 2017

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 15 – November 2018

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 16 – Dezember 2018

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 17 – August 2019

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 18 – Dezember 2019

Alle Autoren, Lektoren, Hefteersteller usw. arbeiten ehrenamtlich, die Druck- und Papierkosten werden aus Mitgliedsbeiträgen beglichen, so dass für die Mitglieder nur eventuelle Portokosten entstehen.

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Hachberg-Bibliothek e.V., Emmendingen

Redaktion:
Günter Schmidt
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