Mühlsteinherstellung im Bleich- und Kirnbachtal

Die Mühlsteinherstellung im Bleich- und Kirnbachtal
Axel Lott

Das Bleichtal bildet seit Urzeiten die (befahrbare) Grenze zwischen dem Breisgau und der Ortenau. Es verläuft von Ost nach West und ist in seinem breiten Teil etwa 5 km lang. Im unteren Bereich kommt von Süden her der Kirnbach. Dessen Tal ist auch etwa 5 km lang, aber enger als das Bleichtal. In beiden Tälern gibt es eine Vielzahl kurzer oder längerer Nebentäler mit ihren Bächen. In den letzten Jahren rückte die Kirnburg in das Interesse von Hobbyforschern, insbesondere von Georg Kirnberger, dessen Vorfahren Vögte auf der Kirnburg waren. In diesem Zusammenhang stellte sich die Frage nach der Namensgebung der Burg. Kirnhalde und Kirnhalden findet man beiderseits des Kirnbachtales, kurz vor der Einmündung in den Bleichbach. Woher stammen die Namen?…

Weisweiler Schafe und das Kloster Tennenbach

Die Weisweiler Schafe und das Kloster Tennenbach
Herbert Burkhardt

Ein Beispiel erfolgreicher Koexistenz überliefert uns die Gemeinde Weisweil, oder war es bereits der Beginn einer „frühen“ Ökumene? Das Dorf wurde zwar im Zuge der Reformation im Jahre 1556 evangelisch durch die Zugehörigkeit zum Hachberger Land, teilte sich aber mit dem (katholischen) Kloster Tennenbach (Teil Vorderösterreichs) bis zur Säkularisation anno 1806 die sehr erfolgreiche Schafzucht in Weisweil (Harderer Hof).

Reinhardt, Vogt von Teningen

G. F. Reinhardt, der Vogt von Teningen
Heiner Eckermann

Mitten im Ortszentrum von Teningen, am Kronenplatz, entdeckt der aufmerksame Passant, besonders wenn sein Schritt vom Rot der Ampel gestoppt wird, über dem (heute zugemauerten) Eingang des ehemaligen Gasthauses „Zur Krone“, ein in Stein gehauenes, von drei Sandsteinkugeln begrenztes Bildwerk. Was es mit dieser bemerkenswerten Steinmetzarbeit auf sich hat, soll nun hier in aller Kürze erläutert werden: In den Jahren 1734 – 1754 war Georg Friedrich Reinhardt Vogt (= Bürgermeister) von Teningen. Er stammte aus Straßburg und übernahm noch vorseiner Zeit als Vogt von seinem Vetter Heidenreich das Gasthaus „Zur Krone“ in Teningen. Über dem Eingang ließ er nun dieses Relief anbringen:

Hanfanbau in der Rheinebene

Hanfanbau in der Rheinebene
Herbert Burkhardt
erzählt in 11 Abschnitten, jeweils Niederalemannisch und Schriftdeutsch
(Siehe Anmerkung am Ende des Artikels)

(1) Wenn d Ärn deheim gsi isch, ischs an de Hanf gange. Des isch nomol e kherigi Arwet gsi. In de Hanfzyt hän alli Lyt d Händ vrbunde kha, an alle Finger isch d Hüt eweg gange. D Hanf-Schdeck sin halt au arg fescht im Bode gschdeckt, do hets als „zoge“ gheiße, bis si husse gsi sin. Jo, des isch e Arwet gsi, bis mr so e ganze Acker als grupft kha het. Schu ufem Feld het mr e baar Sorte gmacht. Diä greeschte un dickschte Schdengel sin zu bsundere Bohse bunde wore un e Deil Hanf het mr deno gschlenzt, de ander isch broche wore.

Nachdem das geerntete Getreide zu Hause war, kam der Hanf an die Reihe. Das war nochmals ein schweres Stück Arbeit. Zur Zeit der Hanfernte hatten alle Leute verpflasterte Hände, die Haut löste sich an den Fingern. Die Hanfstengel steckten ja sehr fest im Boden, man musste schon kräftig daran ziehen, um sie heraus zu bekommen. Ja, das war eine schwere Arbeit, bis man den ganzen Acker abgeerntet hatte. Bereits auf dem Feld hat man den Hanf sortiert. Die größten und dicksten Stengel wurden zu getrennten Bündeln gebunden, ein Teil hat man danach durch Reißen entrindet, der Rest wurde gequetscht…

Das Geheimnis des Malecker Hebammenköfferchens Herbert Burkhardt

Das Geheimnis des Malecker Hebammenköfferchens
Herbert Burkhardt

Die Hebamme, oder wie die Alten noch sagten, „d Hewamm“, eine wichtige Institution im alten Hachberger Land und drum rum, hinterließ als Respektsperson bleibende Eindrücke. Unsere Alten wußten viel zu erzählen. So gebrauchte man noch typisch alemannische Aussprüche wie: „Was frog ich noch de Hewamm, ich bin uf de Welt!“, wenn einem etwas absolut gleichgültig war. Oder: „Do isch d Hewamm au nimmi dschuld gsi!“, wenn ein Mensch hochbetagt das Zeitliche segnete…

Kirchenbuch von Köndringen

Das Kirchenbuch von Köndringen
begonnen von Pfarrer Andreas Heusinger
Siegfried Peter

Das erste Kirchenbuch der Kirchengemeinde Köndringen beginnt im Jahre 1594. In der Einleitung heißt es: „Kirchenbuch zu Künringen 1594 Andreas Heusinger, Pfarrer daselbst überanwortet. Darin zu schreiben die Namen der Getauften und derselben Gevatterspersonen, und die Namen deren Eheleuth und sonst denkwürdiger Sachen.“

Der Wöpplinsberg Heiner Eckermann

Der Wöpplinsberg
Heiner Eckermann

In letzter Zeit wurde viel über den Wöpplinsberg und besonders über die dort ehemals vorhandene Kirche gemutmaßt, spekuliert und geschrieben. Wiederholt wurde er mit den Attributen „mystisch“, „magisch“ und heiliger Berg“ belegt. Mehrfach ist auch von einem keltischen Quellenheiligtum, das sich dort oben befunden haben soll, die Rede. Wer mehr wissen möchte, dem sei die informative und äußerst interessante Arbeit „Einst ein berühmter Wallfahrtsort …“ des Mundinger Pfarrers Dr. Christian Stahmann empfohlen. Nachzulesen im Jahrbuch des Landkreises Emmendingen für Kultur und Geschichte 21/2007, Seite 57 ff., oder im Internet „www.kirche-mundingen.de.“ In der folgenden kleinen Arbeit wird nun nicht über die Kirche, sondern ausschließlich über die Wöpplinsberger Höfe und deren Eigentümer, Pächter und Bewohner berichtet. Es handelt sich hierbei allerdings nur um eine grobe Übersicht. Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben…

Obstbau im Breisgau Siegfried Peter

Obstbau im Breisgau
Siegfried Peter

Obstbau gibt es, seit die Menschheit existiert. Das wissen wir aus der Bibel und anderen schriftlichen Quellen, aber auch durch historische Funde. So bezeichnete der griechische Dichter Homer die Birne als eine Gabe der Götter. Schon vor mehr als 2.000 Jahren kannte man in Griechenland das Veredeln der Obstbäume, im Römischen Reich wurde in jener Zeit schon Apfelmost hergestellt…

Klosterarchäologie in Tennenbach

Klosterarchäologie in Tennenbach
Herbert Burkhardt

Vor wenigen Monaten stießen Mitglieder der Hachberg-Bibliothek e. V. anlässlich der Recherchen nach einer ganz anderen Sache im Karlsruher Generallandesarchiv auf eine verborgene Notiz in sehr kleiner Schrift, deshalb kaum lesbar, aus dem Jahr 1806:

Der Text liest sich so:
Das Klostergebäude bildet ein rectangulum, dessen lange Seite 84 gute Mannsschritte u. dessen kurze Seite
deren 70 bis 75 enthalten u. macht die Abtey und Clausur aus…