Diebstahl Landeck

Diebstahl [im Ort Landeck]

aus dem:
„Anzeige-Blatt für den Dreisam-Kreis“, Jahr 1823, Seite 637/638

In der Nacht vom 25. auf den 26. Mai d. J. wurde in dem Rebstock-Wirthshaus zu Landeck einem Reisenden, die unten beschriebene silberne Sackuhr entwendet. Alle Gerichts- und Polizeibehörden werden ersucht, den Innhaber derselben, auf Betreten festzuhalten, ihm die Uhr abzunehmen, sofort ihn zur Nachweisung, wie er zu dieser Uhr gekommen, anzuhalten, und von dem Entdeckten Nachricht anher gelangen zu lassen.
Emmendingen, den 27. Mai 1823 Großh. Oberamt…

Vierdörfer Wald

Der Vierdörferwald

Heiner Eckermann

Zwischen den Ortschaften Köndringen und Heimbach befindet sich ungefähr auf halber Wegstrecke, direkt unterhalb der Straße, ein Kunstwerk besonderer Art, der HERMANNSBRUNNEN. Im Jahre 1975 setzte hier der Bildhauer Hubert Bernhard für eine Stätte von uralter Tradition ein neues Zeichen. Diesem Hermannsbrunnen fiel in der Ortsgeschichte der Gemeinden Malterdingen, Köndringen, Mundingen und Heimbach als Gerichtsstätte in Sachen des Vierdörferwaldes eine bedeutende Rolle zu…

Stilzerfritz

Geschichtliches zum Gasthaus „Stilzerfritz“

Günther Schmidt

Das Anwesen liegt auf dem „Amsenbuck“ im Dreieck „Amsenhof“, „Huttenhof“ und „Lehenhof“. Es gehört kirchlich zur Pfarrgemeinde Mundingen, politisch zur Ortschaft Mundingen und damit zur Stadt Emmendingen, postalisch aber zu Freiamt. Postadresse: Gasthaus Stilzerfritz, Inhaberin Ingrid Gut, Amsenhof 3, 79348 Freiamt; Telefon: 07645/391 Die Anfahrt erfolgt über die Straße Landeck-Mußbach. Etwa auf halber Wegstrecke ist westlich die gut ausgeschilderte Abzweigung sichtbar. Von hier führt ein geteerter Fahrweg zum Anwesen, der dann am weiter hinten liegenden „Amsenhof“ endet. Für Wanderer ist der „Stilzerfritz“ über mehrere (Wald-) Fußwege aus allen Richtungen erreichbar, so auch von Emmendingen und Tennenbach aus.

Tod und Elend Gundelfingen

Anno 1813/1814 kamen Tod und Elend über Gundelfingen

Ursula Danner

 Unter den Einquartierungen und Durchmärschen während der Napoleonischen Kriege hatte auch Gundelfingen und seine Bevölkerung sehr zu leiden. Der damalige Pfarrer Greiner von Gundelfingen hielt die erschütternden Ereignisse seiner Gemeinde in den Kirchenbüchern wie folgt fest: „Als ein unvergeßliches und höchst merkwürdiges Denkmahl für unseren Orth Gundelfingen führe ich dieses an, daß wir hier, außer den fürchterlichen Einquartirungen so wir vom 18. Oktober vorigen Jahres bis 22. Juni 1 814 in unserem Orthe gehabt, samt den unerschwinglichen Liefferungen an Frucht, Mehl, Vieh, Fleisch, Heu, Haber, Geld, Handwerksgeräth zum Schanzen, Frohnden, Schanzarbeiten so wir haben leisten müssen, wodurch die Gemeindekasse sowohl als auch jeder einzelne Bürger in schreckliche Schuldenlast gekommen, wir bey allem dem eine erschreckte undhier noch ganz unerhörte Mortalität erlitten. Die Sterblichkeit war hier so stark, daß außer dem Militär, dahier vom 23. Oktober 1813 bis dem 8. Juni 1814 achtundsiebzig Personen gestorben. Ach Gott erbarme sich unsrer!…

Lenn’s go

Aus Pfarrer Glocks* „Breisgauer Volksspiegel“ von 1909
„Lenn’s goh, ’s macht sich noch wie’s Bautze Bier“

So sagen die Emmendinger. In der Bierbrauerei Bautz beim Bahnhof zu Emmendingen füllte die Frau Wirtin den Gästen die Schoppen auch nicht gehörig, wenigstens saß in jedem Bierglas, das frisch gereicht wurde, ein mächtiger weißer Feldwebel obendrauf. Als einem Bahnkondukteur, wie dazumal die Schaffner hießen, dieses Unrecht widerfuhr, beschwerte er sich bei der Wirtin. Diese aber wurde nicht in Verlegenheit gebracht, sondern meinte: „Lenn ’s goh, ’s macht sich noch!“ Sie meinte aber, der Gast solle nur abwarten, bis der viele Schaum sich in Bier verwandelt haben würde. Dem Bahnkondukteur war mit dieser etwas schlotterigen Antwort nicht gedient.

drnach dr Fall

Drnach der Fall, drnach der Huet!“

Günther Schmidt

Auch dieses Sprichwort hat „z’ Ammedinge im Städtli“ das Licht der Welt erblickt. Dort lebte in alter Zeit ein ehrsames Schneiderlein, der hieß Häberle, der war zugleich wohlbestallter Mesner oder Sigrist, wie man’s in Emmendingen nannte. Neben andern Pflichten lag dem Sigrist auch die ob, bei sogenannten großen Fällen den Herrn Dekan und Kirchenrat, bei kleinen Fällen – und das war die überwiegende Mehrzahl – den jeweiligen Herrn Vikari als kirchliche Ordonnanz und Anstandsperson zu begleiten und zwar stets auf der linken Seite, auf der rechten liefen die kirchlichen Herren. Der Sigrist kam als Ordonnanz schon als Schneider stets proper und sauber daher, sein Hauptschmuck aber, mit dem er den Emmendingern imponierte, war ein Dutzend abgelegte Zylinderhüte, die er alle Neujahr, wenn der Dekan und Kirchenrat sich einen neuen beilegte, als besonderes Neujahrsgeschenk einheimste, an den schadhaften Stellen mit Hilfe von Tinte oder Stiefelglanzwichse ausbesserte und nach der Güte sich aufs Haupt setzte und feierlich zur Schau trug, je nachdem der Fall ein großer oder kleiner war. So kam es, daß, wer in Emmendingen sich in der Güte der zwölf Zylinder des Sigrists etwas auskannte, sofort wußte, was für ein besonderer Fall jeweils vorlag und das Sprichwort von Mund zu Munde ging: „Drnach der Fall, dnach der Huet!“

* Pfarrer Johann Philipp Glock war 1874/75 Vikar in Emmendingen, später Pfarrer in Wolfenweiler

August Ganther

Hundertfünfzigster Geburtstag von August Ganther

Burkhardt/Schmidt

Der Lehrer und volkstümliche Schriftsteller August Ganther wurde am 9.3.1862 in Oberkirch geboren und starb am 5.4. 1938 in Vöhrenbach. Als Lehrer war er langjährig an der Lessingschule in Freiburg tätig. Er hinterließ viele Gedichte und Geschichten in Niederalemannisch und Hochdeutsch. Seine zahlreichen Bändchen werden bis heute gerne gelesen und geben Anlass zum Schmunzeln und Lachen, sowie tiefsinniger Betrachtung Zum 150. Geburtstag unser Gedenken mit seinem Gedicht „D alt Stas“…