Emmendinger Gefängnis

3. Das alte Emmendinger Gefängnis

Herbert Burkhardt

Der auf Seite 11 abgebildete Plan (GLA,198/11) zeigt den Zustand im 18. Jahrhundert, nachdem es zwischen 1714 und 1777 mehrfach umgebaut und repariert werden musste. In seinen Mauern „schmachteten“ unzählige Insassen, die für teils längere, teils kürzere Zeit „eingetürmt“ waren. Manchmal auch nur für einen oder zwei Tage, dies insbesonders Frauen bei Kleindiebstählen (bei vorliegender Schwangerschaft z. B. brauchte die Strafe nicht sofort angetreten zu werden, sie wurde in die Zeit nach der Niederkunft verschoben). Das Gefängnis stand damals beim sogen. Freiburger Tor. Die Außenmaße waren in der Länge 44 Schuh, in der Breite 33 Schuh. Es hatte 6 Zellen, jede versehen mit Ofen und Abort. Dazu kam eine Wohnung für den „Turmhüter“ mit darunter liegendem Keller. Im Jahr 1826 hatte der Bau ausgedient. Ein neuer „Gefängnisturm“ war erforderlich geworden, wie die nachstehende Bauausschreibung, veröffentlicht im Anzeige-Blatt für den Dreisam-Kreis, bekundete.