Ballade von der Landeck

Ballade von der Landeck
(Dichter unbekannt)

Der Ritter von Landeck schwenkte den Krug.
Da schrie seine Gattin: “Jetzt ist es genug!
die verehrlichen Gäste die sollen
nun endlich sich heimwärts trollen!”

Sie kreischt es voll Zorn in den Rittersaal,
der Burgherr saß schlotternd und leichenfahl.
Selbst die Ahnen ringsum an den Wänden,
sah man vor Schauder sich wenden.

“Ei” riefen die Gäste, “so sei doch ein Mann,
was geht Euch das Weibergeschwätz denn an?
Lasst reden die alberne Schachtel,
und spendet noch einige Achtel!”

Doch jener murmelte bleich und verstört:
“Unmöglich ist, Freunde, was ihr begehrt,
So schweiget und haltet den Rüssel!
Sie hat doch die Kellerschlüssel!”

Da floh vor Entsetzen der durstige Tross,
von Mundingen her tönz es hinauf bis zum Schloss:
“Oh, Ritter von Landech, welch armer Wicht,
wie traurig Dein Schicksal, drum heiraten wir nicht!”

Q.: Breisgauer Sonntagsblatt 1903, S 304 (leicht für Landeck angepasst)